Neue Patienten gewinnen
Neue Patienten kommen selten über eine einzelne Massnahme. Sie kommen, wenn eine Praxis gefunden wird, Vertrauen weckt und auf eine Anfrage rasch einen Termin anbietet.

Wie Praxen Patienten gewinnen
Eine Arztpraxis gewinnt neue Patienten, indem sie dort gefunden wird, wo Patienten suchen, auf der Website sachlich zeigt, wer behandelt und was die Praxis anbietet, und Anfragen rasch in Termine umwandelt. Für Fachpraxen kommen dazu Zuweisungen von Kolleginnen und Kollegen. Am Anfang steht immer die Frage, ob freie Kapazität besteht und welche Leistung wachsen soll. In der Schweiz ist Werbung für Ärzte erlaubt, sie muss aber objektiv sein und darf weder irreführend noch aufdringlich sein.
Grundlage sind Art. 40 des Medizinalberufegesetzes, die Standesordnung der FMH mit Anhang 2 und die Richtlinien von Google zu Gesundheit in personalisierten Anzeigen. Die Quellen stehen am Ende der Seite. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.
Welche Patienten Sie suchen
Patienten wählen eine Hausarztpraxis anders als eine ästhetische Behandlung. Deshalb hängt der richtige Weg von der Leistung ab.
| Leistung | Wie Patienten wählen | Wichtigster Weg |
|---|---|---|
| Grundversorgung | Nähe, Erreichbarkeit, Aufnahme neuer Patienten, Sprache | Google-Unternehmensprofil, klare Website, Erreichbarkeit am Telefon |
| Fachärztliche Abklärung | Meist auf Empfehlung der Hausärztin oder des Hausarztes | Zuweisermarketing und eine Website, die Zuweiser überzeugt |
| Selbstzahlerleistung | Recherche, Vergleich, Vertrauen in die Fachperson, Kosten | Leistungsseiten, Suche bei Google und in KI-Antworten, gezielte Suchanzeigen |
| Neue Praxis oder Übernahme | Wer ist neu, wo, ab wann, nimmt die Praxis auf | Google-Unternehmensprofil, Verzeichnisse, sachliche Bekanntmachung |
Seit dem 1. Januar 2026 werden ambulante ärztliche Leistungen in der Grundversicherung über TARDOC und ambulante Pauschalen abgerechnet. Für grundversicherte Leistungen spielt der Preis bei der Wahl der Praxis deshalb kaum eine Rolle. Bei Selbstzahlerleistungen ist das anders. Mehr dazu unter Privatpatienten gewinnen.
Wie sieht das für Ihre Praxis aus?
Im Erstgespräch schauen wir Ihre Ausgangslage an und sagen offen, was wir sehen und ob wir helfen können. Über 120 Schweizer Unternehmen betreut seit 2023.
Wo Patienten verloren gehen
Viele Praxen investieren in Sichtbarkeit, während die Patienten erst später verloren gehen. Diese Stellen prüfen wir zuerst.
| Stufe | Typisches Leck | Was hilft |
|---|---|---|
| Gefunden werden | Falsche Öffnungszeiten oder Kategorie im Google-Profil, keine Seite pro Leistung | Profil vollständig pflegen, eine sachliche Seite pro Leistung |
| Vertrauen fassen | Kein Foto des Teams, keine Facharzttitel, nur Bildarchiv | Echte Fotos, Titel und Werdegang, Sprachen, Ablauf einer Konsultation |
| Anfragen | Telefon dauernd besetzt, keine Online-Buchung, Formular verlangt Beschwerden | Erreichbarkeitszeiten, Rückrufregel, Formular nur mit Name, Kontakt und Terminwunsch |
| Termin erhalten | Anfragen bleiben liegen, keine Rückmeldung | Eine zuständige Person und eine Frist für die Antwort |
| Erscheinen | Vergessene Termine | Terminbestätigung und Erinnerung als organisatorische Nachricht |
Drei Fragen vor jeder Massnahme
Mehr Sichtbarkeit lohnt sich nur, wenn die Praxis die zusätzlichen Patienten auch gut versorgen kann. Diese drei Fragen klären wir deshalb vor jeder Kampagne.
Ist Zeit für neue Patienten frei?
Bei einer vollen Agenda helfen eher Terminorganisation, Anrufannahme oder zusätzliches Personal als Werbung.
Was genau soll wachsen?
Eine bestimmte Behandlung, ein neuer Standort oder eine neue Ärztin im Team. Je klarer das Ziel, desto gezielter der Weg.
Wie messen wir sauber?
Anfragen und Termine werden zusammengefasst gezählt. Behandlungsdaten bleiben im Praxissystem und gehen an keine Werbeplattform.
Die Kanäle für Arztpraxen
Nicht jede Praxis braucht alle Kanäle. Diese Reihenfolge passt für die meisten, weil die ersten Punkte die Grundlage für alle weiteren sind.
- Google-Unternehmensprofil
- Richtige Kategorie, Öffnungszeiten, Telefon, Fotos und Hinweis auf die Aufnahme neuer Patienten.
- Mehr dazu unter Google-Unternehmensprofil.
- Website mit Leistungsseiten
- Pro Leistung eine sachliche Seite mit Ablauf, Dauer und Hinweisen zur Kostenübernahme.
- Wie das aussieht, steht unter Website für Arztpraxen.
- Suche bei Google und in KI-Antworten
- Fachliche Texte, die von der Ärztin oder dem Arzt freigegeben sind, mit Namen und Facharzttitel.
- Details unter SEO für Ärzte.
- Suchanzeigen
- Sinnvoll für Leistungen mit Nachfrage und freier Kapazität, ohne Kundenlisten und ohne Behandlungsdaten.
- Was erlaubt ist, steht unter Google Ads für Arztpraxen.
- Zuweiser
- Für Fachpraxen oft der wichtigste Weg, mit raschen Terminen und Berichten.
- Bewertungen
- Alle Patienten gleich behandeln, keine Anreize, Antworten ohne Bestätigung einer Behandlung.
- Rundschreiben an eigene Patienten
- Laut FMH erlaubt mit Zustimmung der Patienten und mit Informationen zur Praxis oder zur Prävention.
Versicherungsmodell und Zuweisung
Viele Versicherte haben ein Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell gewählt. Nach Art. 41 Abs. 4 und Art. 62 KVG verpflichten sie sich damit, ihre Ärztin oder ihren Arzt eingeschränkt zu wählen, und erhalten dafür eine tiefere Prämie. Wer in einem solchen Modell versichert ist, geht für die meisten Fachbehandlungen zuerst zur Hausärztin oder ruft die Telefonberatung an.
Für Fachpraxen heisst das, dass ein Teil der neuen Patienten nicht über Google entscheidet, sondern über eine Überweisung. Welche Fachrichtungen ohne Überweisung aufgesucht werden dürfen, regelt jeder Versicherer selbst. Wie Sie Zuweiser gezielt pflegen, steht unter Zuweisermarketing.
Was das für Ihre Kanäle heisst
- Hausarztpraxen
Die Suche nach einer Praxis, die neue Patienten aufnimmt, entscheidet. Der Hinweis auf freie Kapazität gehört gut sichtbar ins Google-Profil und auf die Startseite.
- Fachpraxen
Zuweiser und Patienten informieren sich beide online. Die Website braucht eine klare Seite für Zuweiser mit Anmeldeweg und Wartezeit.
- Privat- und Zusatzversicherte
Sie wählen freier und vergleichen stärker. Mehr dazu unter Privatpatienten gewinnen.
Was das Werberecht verlangt
Nach Art. 40 lit. d MedBG machen Ärztinnen und Ärzte nur Werbung, die objektiv ist, dem öffentlichen Bedürfnis entspricht und weder irreführend noch aufdringlich ist. Die FMH nennt als zulässig unter anderem Angaben zu Qualifikation, Werdegang, Sprachen, Sprechstunden und zur Aufnahme neuer Patienten.
Heikel sind Empfehlungen von Patienten, Selbstanpreisung und Aussagen, die ungerechtfertigte Erwartungen wecken. Massensendungen wie Flyer an alle Haushalte sind nicht gestattet. Eine Übersicht mit Beispielen steht unter Praxismarketing Schweiz.
Gesundheitsdaten schützen
Google behandelt Gesundheit als sensible Kategorie. In personalisierten Anzeigen sind Kundenabgleich, Segmente aus eigenen Daten und ähnliche Segmente nicht zulässig. Patientenlisten gehören deshalb nie in ein Werbekonto, auch nicht verschlüsselt.
Schon eine Terminanfrage kann Rückschlüsse auf die Gesundheit erlauben. Ein Kontaktformular fragt deshalb nur nach Name, Kontakt und Terminwunsch. Beschwerden und Vorgeschichte gehören in einen geschützten Kanal der Praxis.
Patienten fragen auch KI
Manche Patienten stellen ihre Frage heute nicht nur Google, sondern auch ChatGPT. In unserer Messung nannten 90 % dieser Antworten Quellen. Praxen mit klaren Leistungsseiten, einheitlichen Daten und Einträgen in Verzeichnissen haben dort bessere Voraussetzungen, genannt zu werden. Eine Nennung kann aber niemand zusichern.
Was wir dazu gemessen haben, steht in der Studie zur KI-Sichtbarkeit.
1'071 Antworten auf 55 Fragen aus der Schweiz, im Schnitt 16,4 Durchgänge pro Frage. Die Werte gelten für unseren Testsatz unter den dokumentierten Bedingungen.
Wann mehr Patienten nicht helfen
Patientengewinnung ist nicht immer die richtige Antwort. In diesen Fällen raten wir davon ab oder setzen an einer anderen Stelle an.
- Die Agenda ist voll
Dann verlängern zusätzliche Anfragen nur die Wartezeit.
- Anfragen bleiben liegen
Solange das Telefon nicht bedient wird, verpufft jede Werbung.
- Die Leistung ist nicht freigegeben
Medizinische Inhalte veröffentlichen wir nur mit Freigabe der verantwortlichen Fachperson.
- Sie erwarten feste Zahlen
Eine bestimmte Zahl neuer Patienten pro Monat kann niemand seriös zusichern.
Wer diese Seite geschrieben hat
Konstantin Malt hat Malt Consulting 2023 gegründet, damals unter dem Namen Digitalwahl. Er begleitet inhabergeführte Schweizer Unternehmen, darunter Arzt- und Zahnarztpraxen, bei Positionierung, Website und Kundengewinnung.
- AusbildungBachelor in Betriebswirtschaft, Universität St. Gallen (HSG)
- ErfahrungÜber 120 Schweizer Unternehmen betreut seit 2023
- Geprüft28. Oktober 2026, gegen MedBG, Standesordnung der FMH und die Quellen unten
Häufige Fragen
Kurz beantwortet für Arztpraxen in der Schweiz.
Dürfen Ärzte in der Schweiz Werbung machen?
Ja. Ein generelles Werbeverbot gibt es nicht. Die Werbung muss nach dem Medizinalberufegesetz objektiv sein, dem öffentlichen Bedürfnis entsprechen und darf weder irreführend noch aufdringlich sein. Für FMH-Mitglieder gilt zusätzlich die Standesordnung.
Was ist der schnellste Weg zu neuen Patienten?
Oft liegt er nicht in neuer Werbung, sondern in der Erreichbarkeit. Wenn Anrufe unbeantwortet bleiben oder Anfragen liegen, gewinnt eine Praxis mit besserer Anrufannahme rascher Patienten als mit einer Kampagne.
Darf ich Patienten um eine Google-Bewertung bitten?
Ja, wenn Sie alle Patienten gleich behandeln und keine Anreize bieten. Google untersagt, nur zufriedene Kunden gezielt anzufragen, und die FMH untersagt, Patienten zu beeinflussen, um Bewertungen zu erzielen. In Antworten bestätigen Sie nie, dass jemand Patient ist.
Lohnt sich Google Ads für eine Arztpraxis?
Am ehesten für Leistungen mit Nachfrage, die Patienten selbst wählen, und nur bei freier Kapazität. Für eine Hausarztpraxis mit voller Agenda lohnt es sich selten.
Ist das gleich wie Zahnarzt-Marketing?
Vieles ist ähnlich, aber nicht alles. Für Zahnarztpraxen gelten zum Beispiel eigene Regeln zur Preisbekanntgabe. Mehr dazu unter Zahnarzt-Marketing.
Weiterlesen
Quellen
- Bundesgesetz über die universitären Medizinalberufe (MedBG), SR 811.11, Art. 40 lit. d. fedlex.admin.ch/eli/cc/2007/537/de
- FMH, Standesordnung, Art. 20, Fassung mit Revision vom 5.6.2025, abgerufen 29.10.2026. fmh.ch, Standesordnung (PDF)
- FMH, Anhang 2 zur Standesordnung, Richtlinien «Information und Werbung», revidiert am 8.6.2023, Ziff. 1.1, 2.3, 3.4 und 3.7, abgerufen 29.10.2026. fmh.ch, Anhang 2 (PDF)
- Google Ads, «Gesundheit in personalisierten Anzeigen», abgerufen 29.10.2026. support.google.com/adspolicy/answer/16701855
- Google Maps, Richtlinien für von Nutzern beigetragene Inhalte, Abschnitt zur Manipulation von Bewertungen, abgerufen 29.10.2026. support.google.com/contributionpolicy/answer/7400114
- Bundesamt für Gesundheit, «TARDOC und Ambulante Pauschalen», abgerufen 29.10.2026. bag.admin.ch/de/tardoc-und-ambulante-pauschalen
- Malt Consulting, Studie zur KI-Sichtbarkeit Schweiz, eigene Messung 2026. maltconsulting.ch/ki-sichtbarkeit-studie-schweiz
- Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10), Art. 41 Abs. 4 und Art. 62, abgerufen am 29.10.2026. fedlex.admin.ch/eli/cc/1995/1328_1328_1328/de
Wo gehen Patienten verloren?
Im Erstgespräch gehen wir den Weg vom Suchen bis zum Termin für Ihre Praxis durch und sagen offen, wo der grösste Hebel liegt und ob mehr Marketing überhaupt nötig ist.
Lieber direkt? +41 78 814 14 58 oder info@maltconsulting.ch