KI-Sichtbarkeit in der Schweiz, wie ChatGPT Anbieter auswählt
Wie gut ist die KI-Sichtbarkeit von Schweizer Firmen, und worauf stützt sich ChatGPT, wenn jemand nach einem Anbieter fragt? Wir haben dafür 1'071 Antworten von ChatGPT auf echte Kundenfragen ausgewertet. Diese Seite zeigt die Methode, die Ergebnisse, die Grenzen der Auswertung und wie Sie Ihre eigene Sichtbarkeit selbst prüfen können.
Was KI-Sichtbarkeit bedeutet
KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob und wie eine Firma in Antworten von KI-Assistenten vorkommt, etwa in ChatGPT, Perplexity oder im KI-Modus von Google. Dabei lohnt es sich, fünf Stufen getrennt zu betrachten, denn sie haben für das Geschäft sehr unterschiedliches Gewicht.
- Erwähnt. Der Firmenname taucht in der Antwort auf.
- Positiv eingeordnet. Die Antwort beschreibt die Firma als passend oder kompetent.
- Empfohlen. Die Firma steht in der Auswahl, die der Nutzer kontaktieren soll.
- Verlinkt. Die Antwort zitiert eine Seite der Firma als Quelle.
- Korrekt beschrieben. Leistungen, Ort und Angaben stimmen. Eine falsche Beschreibung kann schlechter sein als keine Nennung.
Wichtig ist auch, dass nicht alle Nutzer dieselbe Antwort sehen. KI-Assistenten erzeugen jede Antwort neu, suchen dafür im Internet und berücksichtigen je nach Einstellung den Gesprächsverlauf. Eine einzelne Stichprobe sagt deshalb wenig. Genau das zeigt diese Auswertung.
Wie wir gemessen haben
Die Fragen stammen aus Analysen, die wir im Oktober 2026 für Schweizer Unternehmen erstellt haben. Es sind Fragen, wie sie Kunden tatsächlich stellen, etwa nach einer Zahnarztpraxis für Implantate in einer Region, nach einem Küchenbauer im Kanton Bern oder nach einer Beratung für die CO2-Bilanz eines KMU.
- Branchen. Gesundheit, Handwerk, B2B-Beratung, Recht und Detailhandel.
- Ablauf. Jede Frage wurde in einer neuen Unterhaltung gestellt, ohne vorher eine Firma zu erwähnen, und mehrfach wiederholt.
- Technik. Gemessen wurde über die Schnittstelle von OpenAI mit eingeschalteter Websuche und mit verschiedenen aktuellen Modellen. Die Antworten in der ChatGPT-App können davon abweichen, etwa durch Personalisierung oder ein anderes Modell.
- Ergänzung. Zusätzlich haben wir 104 Antworten aus dem KI-Modus von Google erfasst.
- Zeitraum. 12. bis 26. Oktober 2026.
Die Auswertung gilt für diesen Testsatz unter diesen Bedingungen. Sie ist keine repräsentative Messung aller Nutzer und keine Aussage über einzelne Firmen. Namen der untersuchten Unternehmen nennen wir nicht.
Sechs Erkenntnisse für Schweizer KMU
Eine einzelne Antwort ist Zufall
Zwei Antworten auf genau dieselbe Frage teilten im Schnitt nur 32 Prozent ihrer Quellen. In einer Messung wurde eine Firma in den ersten drei Durchgängen nie genannt, über 18 Durchgänge aber zehn Mal. Wer einmal in ChatGPT nachschaut, sieht ein zufälliges Bild.
ChatGPT zitiert fast immer
90 Prozent der Antworten nannten mindestens eine Quelle, im Schnitt 4,2 verschiedene Websites. Was dort über einen Anbieter steht, prägt die Antwort.
Websites von Anbietern überwiegen
Über alle Antworten wurden 542 verschiedene Websites zitiert. Nur rund 15 Prozent der Zitate entfielen auf Verzeichnisse, Plattformen, soziale Netzwerke, Wikipedia oder Behörden. Der Rest waren Websites von Firmen und Fachorganisationen selbst. Eine Seite, die eine Leistung klar erklärt, ist damit eine direkte Chance, als Quelle zu dienen.
local.ch und search.ch zählen mit
17 Prozent der Antworten mit Quellen stützten sich auf local.ch oder search.ch. local.ch war über alle Branchen die am häufigsten zitierte einzelne Website. Falsche oder unvollständige Einträge dort können so direkt in Antworten landen.
Bei Beratungsfragen zählen Behörden und Fachseiten
Bei Fragen zu Nachhaltigkeit und CO2-Bilanz zitierte ChatGPT häufig Bundesstellen und Fachorganisationen. Wer in solchen Themen genannt werden will, braucht Inhalte auf diesem fachlichen Niveau.
Der KI-Modus nutzt andere Quellen
Im KI-Modus von Google spielten Verzeichnisse eine kleinere Rolle, dafür häufiger Google-eigene Angaben wie Unternehmensprofile und Karten. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil bleibt deshalb wichtig.
Der Testsatz in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Ausgewertete ChatGPT-Antworten | 1'071 |
| Antworten mit mindestens einer Quelle | 963 (90 %) |
| Fragen mit mindestens 5 Durchgängen | 55, im Schnitt 16,4 Durchgänge |
| Verschiedene Quellen pro Antwort | 4,2 im Schnitt |
| Verschiedene zitierte Websites insgesamt | 542 |
| Gemeinsame Quellen zweier Antworten auf dieselbe Frage | 32 % im Schnitt |
| Antworten mit local.ch oder search.ch als Quelle | 159 von 963 (17 %) |
| Antworten nach Branche | B2B-Beratung 311, Gesundheit 256, Handwerk 216, Detailhandel 144, Recht 144 |
| Ergänzend erfasste Antworten im KI-Modus von Google | 104 |
| Zeitraum | 12. bis 26. Oktober 2026 |
Lesehilfe. «Gemeinsame Quellen» heisst, dass von den zitierten Websites zweier Antworten auf dieselbe Frage im Schnitt rund ein Drittel in beiden vorkam. Zwei Drittel waren jeweils andere.
ChatGPT und der KI-Modus von Google
Viele Firmen behandeln «KI-Suche» als ein einziges Thema. In unserem Testsatz griffen die beiden Systeme aber auf unterschiedliche Quellen zurück. Für den KI-Modus ist unsere Stichprobe klein, die Tabelle zeigt deshalb nur die Richtung.
| Thema | ChatGPT | KI-Modus von Google |
|---|---|---|
| Umfang im Testsatz | 1'071 Antworten | 104 Antworten, ergänzend |
| Häufige Quellen | Websites von Firmen und Fachorganisationen, dazu local.ch und search.ch | Häufiger Google-eigene Angaben wie Unternehmensprofile und Karten |
| Rolle der Verzeichnisse | Spürbar, local.ch war die häufigste einzelne Website | Kleiner |
| Was Sie zuerst pflegen | Eigene Leistungsseiten und Verzeichniseinträge | Google-Unternehmensprofil und eigene Leistungsseiten |
Google beschreibt offiziell, dass für die KI-Funktionen der Suche dieselben Grundlagen gelten wie für die normale Suche. Eine Seite muss indexiert sein und für ein Snippet in Frage kommen. Einen besonderen KI-Schreibstil oder eine eigene KI-Datei verlangt Google nicht. Mehr dazu unter KI-Modus von Google und llms.txt.
So messen Sie Ihre KI-Sichtbarkeit selbst
Echte Fragen sammeln
Nehmen Sie die Fragen, die Interessenten in Gesprächen stellen, nicht nur «bester Anbieter für X». Fünf bis zehn wirtschaftlich wichtige Fragen reichen für den Anfang.
Neutral fragen
Jede Frage in einer neuen Unterhaltung, ohne Ihren Firmennamen und möglichst ohne eingeloggten Verlauf. Datum, Gerät und Modell notieren.
Oft wiederholen
Erst ab etwa 18 Durchgängen pro Frage entsteht ein verlässliches Bild. Drei Versuche sind ein Einstieg, aber kein Ergebnis.
Getrennt auswerten
Erwähnt, empfohlen, verlinkt, korrekt beschrieben. Dazu die genannten Mitbewerber und die zitierten Websites. Ergebnis immer als «x von N».
Vier Konsequenzen für Ihre Firma
Eigene Seiten stärken
Eine klare Seite pro Leistung, die erklärt, was Sie machen, für wen, wo und zu welchen Bedingungen. Das ist die wichtigste Quelle, die Sie selbst steuern.
Einträge gleich halten
local.ch, search.ch und das Google-Unternehmensprofil vollständig und mit identischen Angaben pflegen. Abweichende Adressen oder alte Leistungen werden sonst mitzitiert.
Fachlich werden
Bei Beratungsthemen zählen Inhalte, die mit Behörden und Fachorganisationen mithalten. Eigene Erfahrungswerte, Abläufe und ehrliche Grenzen sind hier mehr wert als allgemeine Texte.
Richtig messen
Nicht auf eine einzelne Antwort reagieren, sondern über viele Durchgänge messen und nach Änderungen mit denselben Fragen nachmessen. Für Google zeigt zusätzlich der KI-Bericht in der Search Console, wie oft Links zu Ihrer Website in der KI-Übersicht und im KI-Modus angezeigt wurden.
Was die Auswertung nicht zeigt
- Keine Ursachen. Wir sehen, welche Quellen zitiert wurden, aber nicht, warum. Dass eine Website oft zitiert wird, beweist nicht, dass ein bestimmtes Merkmal den Ausschlag gab.
- Keine Werte für alle Nutzer. Antworten in der App, eingeloggt oder mit Verlauf, können anders ausfallen.
- Ein Zeitpunkt. Modelle und Suchsysteme ändern sich laufend. Die Zahlen beschreiben Oktober 2026.
- Keine Aussage über Anfragen. Eine Nennung in ChatGPT ist noch kein Kunde. Ob daraus Anfragen entstehen, zeigt nur Ihre eigene Auswertung.
Fragen zur KI-Sichtbarkeit und zur Auswertung
Was ist KI-Sichtbarkeit?
KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob und wie eine Firma in Antworten von KI-Assistenten wie ChatGPT oder dem KI-Modus von Google vorkommt. Sinnvoll ist, getrennt zu messen, ob die Firma erwähnt, empfohlen, verlinkt und korrekt beschrieben wird.
Ist die Auswertung repräsentativ?
Nein. Sie gilt für 55 Fragen aus fünf Branchen unter den beschriebenen Bedingungen im Oktober 2026. Sie zeigt Muster, keine Werte für alle Nutzer und Branchen.
Warum schwanken die Antworten so stark?
ChatGPT erzeugt jede Antwort neu und sucht dafür jedes Mal im Internet. Je nach Suchergebnis und Formulierung kommen andere Quellen und andere Firmen in die Antwort. Darum braucht es viele Durchgänge für eine verlässliche Aussage.
Wie kann ich meine KI-Sichtbarkeit verbessern?
Mit klaren Seiten zu jeder Leistung, einheitlichen Einträgen auf local.ch, search.ch und im Google-Unternehmensprofil und mit Inhalten, die echtes Fachwissen zeigen. Eine Nennung kann niemand garantieren, aber diese Grundlagen machen sie wahrscheinlicher. Mehr dazu unter GEO und SEO.
Kann ich meine eigene Sichtbarkeit so messen lassen?
Ja. Wir messen Ihre wichtigsten Kundenfragen mit derselben Methode und zeigen, welche Firmen und Quellen in Ihrer Branche genannt werden.
Darf ich die Zahlen zitieren?
Ja, mit Quellenangabe Malt Consulting und Link auf diese Seite.
Herkunft der Daten
- Malt Consulting, eigene Messungen über die OpenAI-Schnittstelle mit Websuche und im KI-Modus von Google, 12. bis 26. Oktober 2026. Die Auswertung kann auf Anfrage nachvollzogen werden.
- Google Search Central, AI features and your website, developers.google.com
Wie oft nennt ChatGPT Ihre Firma?
Wir messen das für Ihre wichtigsten Kundenfragen mit derselben Methode, mindestens 18 Durchgänge pro Frage, und zeigen, welche Quellen für Ihre Branche zählen.
Lieber direkt? +41 78 814 14 58 oder info@maltconsulting.ch