Google AI Mode und KI-Übersicht, was KMU jetzt wissen müssen
Was ist Google AI Mode?
Im KI-Modus stellen Sie eine Frage wie in einem Chat und erhalten eine ausformulierte Antwort mit Links zu den Quellen. Danach können Sie nachfragen, ohne von vorne zu beginnen. Google beschreibt den Modus als besonders hilfreich für Fragen, die weitere Recherche, Abwägen oder komplexe Vergleiche brauchen. Sie öffnen ihn über den Reiter «KI-Modus» in den Suchergebnissen, über die Google-Startseite oder in der Google-App.
Ein Beispiel. Statt «Wärmepumpe Kosten» zu suchen, fragt ein Hausbesitzer «Lohnt sich eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus von 1975 im Kanton Zürich, und welche Förderbeiträge gibt es?» Die klassische Suche liefert dazu zehn Links. Der KI-Modus fasst eine Antwort zusammen und nennt die Seiten, auf die er sich stützt.
Für Unternehmen ist das wichtig, weil genau solche ausführlichen Fragen oft kurz vor einer Anfrage gestellt werden. Wer in dieser Antwort als Quelle oder Anbieter vorkommt, ist im Kopf des Kunden, bevor er überhaupt eine Website besucht.
Klassische Suche, KI-Übersicht, KI-Modus und Gemini
| Produkt | Wo | Was Sie sehen | Gut für |
|---|---|---|---|
| Klassische Google-Suche | Normale Ergebnisliste, Maps, Anzeigen | Links, Unternehmensprofile, Anzeigen | Eine bestimmte Seite oder Firma finden |
| KI-Übersicht (AI Overviews) | Oben in den normalen Ergebnissen, nur wenn Google sie für hilfreich hält | Kurze Zusammenfassung mit Quellenlinks | Schnelle Antwort auf eine Frage |
| KI-Modus (AI Mode) | Eigener Bereich, ähnlich einem Chat | Ausführliche Antwort, Nachfragen, Quellenlinks | Vergleiche, Planung, mehrstufige Fragen |
| Gemini-App | Eigene App und Website, unabhängig von der Suche | Allgemeiner Assistent | Texte, Ideen, Aufgaben, nicht nur Suche |
KI-Übersicht und KI-Modus können laut Google unterschiedliche Modelle und Verfahren nutzen. Die gleiche Frage kann deshalb in beiden andere Antworten und andere Links liefern. Auf den Platz in der normalen Suche lässt sich davon nicht direkt schliessen.
Wie der KI-Modus seine Antworten zusammenstellt
Google nennt das Verfahren «Query Fan-out». Die KI zerlegt eine Frage in mehrere verwandte Teilfragen und sucht dazu gleichzeitig im Google-Index und in weiteren Datenquellen. Aus den gefundenen Seiten formuliert sie eine Antwort und verlinkt einen Teil der Quellen. Weil dabei mehrere Suchen laufen, erscheinen oft mehr verschiedene Websites als in der normalen Ergebnisliste.
Die Folge für Firmen ist nicht, für jede denkbare Teilfrage eine eigene Seite zu bauen. Google nennt das ausdrücklich eine Form von Spam. Sinnvoll ist eine starke Seite pro Leistung, die die typischen Fragen zu Kosten, Ablauf, Dauer, Region und Voraussetzungen vollständig beantwortet.
Keine Tricks, aber klare Voraussetzungen
Google schreibt in der Dokumentation für Website-Betreiber, dass es keine zusätzlichen technischen Anforderungen gibt, um in der KI-Übersicht oder im KI-Modus zu erscheinen. Im Leitfaden zur generativen KI-Suche, zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2026, ergänzt Google, dass weder eine llms.txt noch spezielles Schema-Markup nötig sind und Inhalte nicht in kleine Stücke zerlegt werden müssen.
Die Voraussetzungen sind die gleichen wie für die normale Suche. Die Seite muss von Google indexiert sein und als Snippet angezeigt werden dürfen. Wer mit noindex oder nosnippet arbeitet, schliesst sich auch von den KI-Funktionen aus. Google empfiehlt zudem Inhalte mit eigener Erfahrung und Fachwissen, die über das hinausgehen, was ohnehin überall steht.
Das klingt einfach, ist es aber nicht. Eine Firma mit einer einzigen Leistungsseite für alles beantwortet die Teilfragen ihrer Kunden selten klar genug. Unsere Einschätzung aus Messungen ist, dass konkrete, belegte Seiten eher als Quelle erscheinen als allgemeine Werbetexte. Eine Garantie, zitiert zu werden, gibt es nicht.
Kann man den KI-Modus deaktivieren?
Als Nutzer
- Den KI-Modus müssen Sie nicht nutzen. Er öffnet sich nur, wenn Sie ihn wählen.
- Die KI-Übersicht lässt sich in den Einstellungen nicht generell abschalten.
- Der Filter «Web» unter der Suchleiste zeigt nur die klassischen Links.
Als Website-Betreiber
- Seit dem 31. August 2026 gibt es in der Search Console unter Einstellungen den Punkt «Search generative AI». Standard ist die Teilnahme.
- Wer abwählt, erscheint nicht mehr in KI-Übersicht, KI-Modus und KI-Funktionen von Discover und verliert diese Impressionen. Die normale Suche bleibt laut Google unberührt.
- Google-Extended regelt das Training von KI-Modellen, nicht die Teilnahme an der KI-Suche.
Für die meisten KMU ist ein Abwählen nicht sinnvoll, weil damit eine Chance auf Sichtbarkeit wegfällt, ohne dass sich an der normalen Suche etwas verbessert.
Was die KI-Suche für Ihre Klicks bedeutet
Wenn die Antwort direkt oben steht, klicken weniger Menschen. Eine Studie des Pew Research Center mit 900 Erwachsenen in den USA (März 2025) fand, dass bei Suchen mit KI-Übersicht seltener auf klassische Ergebnisse geklickt wurde. Auf Links innerhalb der Übersicht klickten Nutzer in rund 1 Prozent der Besuche. Die Studie betrifft die KI-Übersicht in den USA, nicht den KI-Modus in der Schweiz, zeigt aber die Richtung.
Für Unternehmen heisst das, dass Sichtbarkeit nicht mehr nur über Klicks läuft. Wer in der Antwort genannt wird, kann später über eine Suche nach dem Firmennamen oder einen direkten Anruf kommen. Das macht die Zuordnung schwieriger, nicht unwichtiger.
Seit dem 31. August 2026 zeigt die Search Console einen eigenen Bericht für generative KI. Er zeigt, wie oft Links zu Ihrer Website in KI-Übersicht und KI-Modus angezeigt wurden, nach Seiten, Ländern, Datum und Gerät. Klicks enthält er nicht. Wie Sie ihn lesen, steht unter Search Console KI-Bericht. Zusätzlich lohnt es sich, die wichtigsten Fragen Ihrer Kunden mehrmals selbst zu stellen, weil Antworten je nach Nutzer und Zeitpunkt schwanken.
Fünf Schritte für die KI-Suche von Google
Indexierung prüfen
In der Search Console kontrollieren, ob Ihre wichtigen Seiten indexiert sind, keine Snippet-Sperren gesetzt sind und die Einstellung «Search generative AI» auf Teilnahme steht.
Eine Seite pro Leistung
Jede wichtige Leistung erklärt eine eigene Seite, mit klarer Antwort am Anfang und den Fragen, die Kunden dazu stellen.
Teilfragen beantworten
Kosten, Ablauf, Dauer, Region, Voraussetzungen und Grenzen. Genau solche Teilfragen kann die KI im Hintergrund stellen.
Belege zeigen
Referenzen mit Ort, Qualifikationen, Zahlen mit Quelle und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit echten Bewertungen.
Messen
KI-Bericht der Search Console verfolgen und die Fragen Ihrer Kunden regelmässig in Google und ChatGPT stellen, mehrmals, und zählen, ob Ihre Firma vorkommt. Mehr dazu unter GEO und SEO.
Fragen zum Google AI Mode
Ist Google AI Mode in der Schweiz verfügbar?
Ja. Google hat den KI-Modus im Oktober 2025 in der Schweiz eingeführt, auf Deutsch, Französisch und Italienisch, zusammen mit Deutschland und Österreich.
Was ist der Unterschied zwischen AI Overviews und AI Mode?
Die KI-Übersicht ist eine kurze Zusammenfassung oben in den normalen Ergebnissen und erscheint nur, wenn Google sie für hilfreich hält. Der KI-Modus ist ein eigener Bereich für komplexere Fragen mit Nachfragen, ähnlich einem Chat.
Wie schalte ich den Google AI Mode aus?
Als Nutzer müssen Sie nichts ausschalten, der KI-Modus öffnet sich nur, wenn Sie ihn wählen. Der Filter «Web» zeigt nur klassische Links. Als Website-Betreiber können Sie seit dem 31. August 2026 in der Search Console unter «Search generative AI» die Teilnahme an den KI-Funktionen abwählen.
Brauche ich eine llms.txt oder spezielles Schema?
Für Google nicht. Google schreibt ausdrücklich, dass Google Search solche Dateien nicht nutzt und kein spezielles Markup nötig ist. Strukturierte Daten bleiben sinnvoll, weil sie Ihre Firma und Leistungen eindeutig beschreiben.
Verliere ich Besucher durch die KI-Übersicht?
Bei reinen Informationsfragen oft ja, weil die Antwort direkt oben steht. Bei Fragen nach Anbietern zählt dagegen, ob Ihre Firma in der Antwort als Quelle oder Empfehlung erscheint. Darauf lohnt es sich auszurichten.
Kann ich in der KI-Übersicht werben?
In der Schweiz derzeit nicht innerhalb der Übersicht. Laut Google gibt es Anzeigen darin bisher nur auf Englisch in zwölf Ländern, und für Gesundheit, Finanzen und weitere sensible Bereiche gar nicht. Normale Google-Anzeigen können darüber und darunter erscheinen. Zur Werbung in ChatGPT siehe ChatGPT Ads in der Schweiz.
Belege auf dieser Seite
- Google Search Central, AI features and your website, aktualisiert 10.12.2025, developers.google.com
- Google Search Central, Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen, aktualisiert 10.7.2026, developers.google.com
- Search Console Hilfe, Bericht zur Leistung in generativer KI, support.google.com
- Search Console Hilfe, Search generative AI control, support.google.com
- Google, Der KI-Modus startet in Deutschland, Österreich und der Schweiz, blog.google, und Netzwoche, 8.10.2025
- Netzwoche, «Google bringt KI-Suche in die Schweiz», 26.3.2025, netzwoche.ch
- Google Ads Hilfe, Anzeigen in KI-Übersichten, support.google.com
- Pew Research Center, Nutzerverhalten bei Google-Suchen mit KI-Zusammenfassung, Juli 2025, pewresearch.org
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