Marketing · Zahnarztpraxis · Patientengewinnung

Zahnarzt-Marketing in der Schweiz

Kurz erklärtGutes Zahnarzt-Marketing bringt nicht einfach mehr Patienten, sondern mehr passende Patienten für die Behandlungen, für die Ihre Praxis Kapazität hat. Es verbindet vier Dinge. Gefunden werden bei Google und in KI-Antworten, eine Website, die Vertrauen schafft und Fragen zu Ablauf und Kosten beantwortet, einen einfachen Weg zum Termin und eine Messung, welche Massnahme tatsächlich zu erschienenen Patienten führt. Alles im Rahmen des Werberechts für Medizinalberufe, das sachliche und nicht aufdringliche Information verlangt.
Konstantin Malt, Gründer von Malt Consulting
Konstantin MaltGründer Malt Consulting, BWL HSG, über 120 Projekte mit Schweizer KMU seit 2023. Stand 27. Oktober 2026.
Zuerst die Praxis

Welche Patienten will Ihre Praxis gewinnen?

Marketing für Zahnärzte beginnt nicht beim Kanal, sondern bei der Frage, wofür die Praxis freie Kapazität hat. Eine voll ausgelastete Praxis braucht selten mehr Werbung, sondern eher eine bessere Terminorganisation, eine verlässliche Anrufannahme oder zusätzliches Personal. Eine neue Praxis, eine Gemeinschaftspraxis mit mehreren Behandlern oder eine Praxis, die Implantologie oder Aligner ausbauen will, hat dagegen echten Bedarf an neuen Patienten.

Zahnmedizin besteht dabei aus drei sehr verschiedenen Teilmärkten. Ein häufiger Fehler ist, alle drei mit derselben Website, denselben Anzeigen und demselben Ziel zu bewerben.

TeilmarktBeispieleWas Patienten wichtig istWichtigster Hebel
Regelmässige VersorgungKontrolle, Dentalhygiene, ProphylaxeNähe, Termine, VertrauenGoogle-Profil, Online-Termin, Recall
Akuter AnlassZahnschmerzen, abgebrochener ZahnSchnell erreichbar seinLokale Suche, klare Kontaktwege, Erreichbarkeit
Planbare grössere BehandlungImplantate, Aligner, Kronen, ÄsthetikKompetenz, Ablauf, Gesamtkosten, AlternativenAusführliche Behandlungsseiten, Google-Suche, Beratungstermin
Patient Journey

Der Weg einer Patientin, Schritt für Schritt

Bei grösseren Behandlungen ist die erste Anfrage oft eine Bitte um Orientierung, kein Kaufentscheid. Wer das wie einen Konsumverkauf behandelt, verliert Vertrauen.

01 · Problem

Bedarf erkennen

Ein Zahn fehlt, die Brücke wackelt, die Zähne stehen schief. Die Patientin weiss noch nicht, welche Behandlung infrage kommt und was sie kostet.

02 · Suchen

Informieren

Sie sucht «Implantat Kosten Winterthur», fragt ChatGPT nach Alternativen oder liest Bewertungen. Ob Ihre Praxis hier vorkommt, hängt von Behandlungsseiten, Google-Profil und Verzeichnissen ab. Details unter SEO für Zahnärzte.

03 · Prüfen

Vertrauen gewinnen

Auf Ihrer Website will sie in wenigen Sekunden wissen, wer sie behandelt, mit welcher Qualifikation, wie der erste Termin abläuft und wovon die Kosten abhängen.

04 · Anfragen

Einfach Kontakt aufnehmen

Online-Termin, Rückrufwunsch oder ein kurzes Formular, am Handy in einer Minute. Ohne Fragen zu Beschwerden oder Vorgeschichte, denn das gehört nicht in ein Marketingformular.

05 · Beraten

Termin und Behandlungsplan

Anfragen werden am selben oder nächsten Tag beantwortet. Wer nach der Beratung überlegt, erhält den Kostenvoranschlag und eine klare Information zum nächsten Schritt.

06 · Bleiben

Bestehende Patienten

Ein verlässliches Recall für Kontrollen und Dentalhygiene ist oft der günstigste Hebel, weil das Vertrauen schon da ist.

Kanäle im Vergleich

Welcher Kanal wofür passt

KanalStärkeGrenzePasst vor allem für
Google-Unternehmensprofil und BewertungenEntscheidend bei Suchen in der Nähe, Google MapsEntfernung lässt sich nicht beeinflussen, Bewertungen nicht erzwingenVersorgung, Notfall, Dentalhygiene
Behandlungsseiten und SEOPatienten mit konkretem Bedarf, wirkt langfristigBraucht einige Monate Aufbau und fachliche FreigabeImplantate, Aligner, Parodontologie
Google Ads (Suche)Schnell sichtbar, gut steuerbar nach Leistung und OrtKostet laufend, strenge Regeln für Gesundheitswerbung und DatenPlanbare Behandlungen, neue Praxen
KI-Suche (ChatGPT, KI-Modus von Google)Wenige Praxen werden genanntAntworten schwanken, nur mit vielen Durchgängen messbarErgänzung zu Google, kein Ersatz
Facebook und InstagramTeam und Praxis kennenlernen, Neueröffnung, PersonalsucheSelten direkte Anfragen für Behandlungen, keine Anspielung auf den GesundheitszustandBekanntheit, Recruiting
Recall und ÜberweiserHohes Vertrauen, tiefe KostenBraucht saubere Prozesse und EinwilligungenBestehende Patienten, Spezialisten

Als Faustregel gilt, zuerst prüfen, ob es im Einzugsgebiet genug Suchnachfrage für die gewünschte Behandlung gibt. Dann Google-Profil und Behandlungsseiten, danach gezielt Anzeigen. Social Media nur mit klarer Aufgabe einsetzen. Zu den Werbekosten bei Google siehe Google Ads Kosten in der Schweiz.

Werberecht und Datenschutz

Was Zahnarztpraxen in der Schweiz dürfen

Für Zahnärztinnen und Zahnärzte gilt Art. 40 lit. d des Medizinalberufegesetzes (MedBG). Erlaubt ist nur Werbung, die objektiv ist, dem öffentlichen Bedürfnis entspricht und weder irreführend noch aufdringlich ist. Die Aufsicht liegt bei den Kantonen. Das Verwaltungsgericht St. Gallen hat 2019 zum Beispiel Gratis- und Lockvogelangebote als aufdringlich eingestuft. Wichtig ist auch, dass eine Freigabe durch Google oder Meta nicht heisst, dass eine Anzeige berufsrechtlich zulässig ist.

Eher unproblematisch, wenn wahrProblematisch
«Zahnarztpraxis in Winterthur, neue Patienten willkommen»«Der beste Zahnarzt der Schweiz» (unbelegter Superlativ)
«Informationen zu Implantaten, Ablauf und möglichen Kosten»«Garantiert schmerzfrei» oder «lebenslang haltbar» (Garantie)
Team mit Namen und anerkannten TitelnNicht anerkannte Fachzahnarzt-Titel
Erklärung, wovon die Kosten abhängen«Nur diese Woche 30 % Rabatt» (Rabattdruck, Dringlichkeit)

Preise. Laut Merkblatt des SECO zur Preisbekanntgabe geben Praxen, die nach SSO-Tarif abrechnen, ihren Taxpunktwert für Privatpatienten schriftlich und gut sichtbar bekannt. Wer in der Werbung Preise, Preisrahmen oder «ab»-Preise nennt, muss den tatsächlich zu bezahlenden Preis angeben. Werbung ohne Preise fällt nicht darunter.

Daten. Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert, und schon ein Termin bei einer Praxis kann eine Gesundheitsinformation sein. Google stuft medizinische Leistungen als sensible Kategorie ein. Patientenlisten für Werbezielgruppen (Customer Match), Lookalikes oder erweiterte Conversions mit Patientendaten sind deshalb tabu. Formulare fragen nur Name, Kontakt und Terminwunsch ab.

Bilder und Bewertungen. Patientenbilder und Erfahrungsberichte brauchen eine eigene, ausdrückliche Einwilligung für genau diese Veröffentlichung. Bewertungen dürfen Sie erbitten, aber ohne Gegenleistung und ohne nur zufriedene Patienten zu Google zu schicken. Mehr dazu unter Google-Bewertung löschen lassen und Praxismarketing in der Schweiz. Diese Hinweise sind keine Rechtsberatung.

Kosten und Budget

Was darf eine Neupatientin kosten?

Pauschalpreise für Zahnarzt-Marketing sagen wenig, weil die Kosten von der Zahl der Behandlungen, dem Zustand der Website, dem Wettbewerb in Ihrer Region und dem Werbebudget abhängen. Sinnvoller ist, rückwärts zu rechnen. Welcher Deckungsbeitrag bleibt pro Behandlung, wie viele Anfragen werden zu Behandlungen, und welcher Anteil darf in die Gewinnung fliessen?

Rechenbeispiel, fiktive Zahlen. Eine Behandlung bringt nach Material, Labor und Personal CHF 900 Deckungsbeitrag. Jede vierte Anfrage führt zu einer Behandlung (25 %). Die Praxis will höchstens 30 % des Deckungsbeitrags für die Gewinnung einsetzen. Dann darf eine Anfrage inklusive Agenturhonorar höchstens CHF 67.50 kosten (900 × 0.25 × 0.30). Das ist keine Prognose, sondern eine Budgetgrenze, die Sie mit Ihren eigenen Zahlen rechnen sollten.

Ebenso wichtig ist, dass ein tiefer Preis pro Anfrage schlechter sein kann als ein hoher. Im Beispiel bringt Kampagne A 50 Anfragen zu je CHF 20, davon erscheinen 8 Patienten, also CHF 125 pro erschienener Patientin. Kampagne B bringt 20 Anfragen zu je CHF 50, davon erscheinen 12, also rund CHF 83. B ist besser, obwohl die Anfrage mehr kostet. Deshalb messen wir bis zum erschienenen Patienten und nicht nur bis zum Klick.

Aus der Praxis

Fünf Fehler, die wir bei Praxis-Analysen oft sehen

  • Anzeigen führen auf die StartseiteWer «Zahnimplantat» sucht, landet bei allgemeinen Informationen und muss die passende Seite selbst suchen.
  • Eine Seite für alle LeistungenImplantate, Aligner und Dentalhygiene stehen in einer Aufzählung. Weder Google noch Patienten erkennen, wofür die Praxis besonders steht.
  • Bestehende Patienten als Erfolg gezähltWer den Praxisnamen sucht und auf die Anzeige klickt, ist meist keine Neupatientin. Ohne Trennung wirkt die Kampagne besser, als sie ist.
  • Anrufe gehen verlorenZu Spitzenzeiten nimmt niemand ab, und es gibt keinen Rückruf. Eine bessere Anrufannahme kann mehr bringen als mehr Werbebudget.
  • Kosten bleiben ein TabuPatienten wollen wissen, wovon der Preis abhängt. Eine sachliche Erklärung von Kostenfaktoren und Taxpunktwert schafft Vertrauen und ist zulässig.
Ablauf

So starten wir

  1. Analyse

    Kapazität und Ziel-Behandlungen, Sichtbarkeit bei Google und in KI-Antworten, Website und Anfrageweg Ihrer Praxis.

  2. Prioritäten

    Welche zwei, drei Massnahmen bringen am meisten für die Behandlungen, die Sie ausbauen wollen, und was Sie besser lassen.

  3. Umsetzung

    Behandlungsseiten, Google-Profil und auf Wunsch Kampagnen. Jede medizinische Aussage geben Sie fachlich frei.

  4. Messung

    Monatlich und ohne Patientendaten an Plattformen. Gezählt werden Anfragen, Termine und erschienene Neupatienten.

Häufige Fragen

Fragen zum Zahnarzt-Marketing

Was kostet Marketing für eine Zahnarztpraxis?

Das hängt davon ab, wie viele Behandlungen abgedeckt werden, ob eine neue Website nötig ist und ob Google Ads dazukommen. Rechnen Sie zuerst aus, was eine Neupatientin für eine bestimmte Behandlung kosten darf. Nach der Analyse erhalten Sie von uns ein Angebot mit klaren Bausteinen, aus denen Sie wählen.

Dürfen Zahnärzte in der Schweiz überhaupt werben?

Ja. Nach Art. 40 lit. d MedBG ist Werbung erlaubt, wenn sie objektiv ist, dem öffentlichen Bedürfnis entspricht und weder irreführend noch aufdringlich ist. Verboten sind etwa Garantien, unbelegte Superlative, Lockvogelangebote und Rabattdruck.

Darf ich Preise für Implantate auf der Website nennen?

Ja, aber dann muss nach der Preisbekanntgabeverordnung der tatsächlich zu bezahlende Preis angegeben werden. Weil die Kosten vom Befund abhängen, ist eine Erklärung der Kostenfaktoren oft ehrlicher als ein «ab»-Preis. Den Taxpunktwert für Privatpatienten müssen Praxen mit SSO-Tarif ohnehin schriftlich bekanntgeben.

Wie schnell kommen mehr Patienten?

Google Ads wirken nach wenigen Tagen, Behandlungsseiten, Google-Profil und KI-Sichtbarkeit brauchen meist mehrere Monate. Grosse Behandlungen zeigen sich in den Zahlen oft erst Wochen nach der Anfrage. Eine Garantie für eine bestimmte Patientenzahl geben wir nicht, weil sie niemand seriös geben kann.

Kann ich meine Patientenliste für Werbung nutzen?

Nein. Google stuft medizinische Leistungen als sensible Kategorie ein und lässt Kundenlisten für Zielgruppen in diesem Bereich nicht zu. Zudem unterstehen Patientendaten dem Berufsgeheimnis. Für bestehende Patienten ist ein Recall über die Praxis der richtige Weg.

Gibt es einen Leitfaden zum Selbermachen?

Ja. Den Zahnarzt-Marketing-Codex können Sie kostenlos herunterladen.

Quellen

Belege auf dieser Seite

  • Medizinalberufegesetz (MedBG), Art. 40 lit. d, fedlex.admin.ch
  • Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen, B 2017/99, Entscheid vom 17.1.2019
  • SECO, Merkblatt Preisbekanntgabe für zahnärztliche Dienstleistungen, April 2025, seco.admin.ch
  • Google Ads, Richtlinie zu personalisierter Werbung im Gesundheitsbereich, support.google.com
  • Google Ads, Richtlinie zu Kundendaten, support.google.com
  • Rechenbeispiele mit fiktiven Zahlen, Malt Consulting

Wo verliert Ihre Praxis heute passende Patienten?

Im Erstgespräch schauen wir Sichtbarkeit, Website und Anfrageweg Ihrer Praxis an und zeigen, wo der grösste Hebel liegt.

Lieber direkt? +41 78 814 14 58 oder info@maltconsulting.ch

Stand: 27. Oktober 2026 · Malt Consulting, Winterthur