Marketing auslagern
Viele KMU können Marketing nicht voll intern besetzen. Auslagern lohnt sich, wenn Sie die Richtung selbst führen und die Umsetzung gezielt an Fachleute abgeben.

Was heisst Marketing auslagern?
Marketing auslagern heisst, Aufgaben im Marketing an externe Fachleute wie eine Agentur, Freelancer oder eine Beratung zu vergeben, statt sie mit eigenem Personal zu erledigen. Das kann eine einzelne Aufgabe sein, etwa die Betreuung von Google Ads, oder fast das ganze Marketing. Für ein KMU lohnt es sich vor allem, wenn eine Aufgabe Fachwissen verlangt, das intern fehlt, oder nicht genug Arbeit für eine eigene Stelle bietet. Was Sie nicht abgeben sollten, sind die Ziele, die Entscheide und die Kenntnis Ihrer Kunden.
Grundlage sind das Obligationenrecht und das Datenschutzgesetz der Schweiz, die Google-Richtlinie für Drittanbieter (abgerufen am 28.10.2026) und die Erfahrung aus der Arbeit mit über 120 Schweizer Unternehmen seit 2023. Die Quellen stehen am Ende der Seite.
Drei Modelle im Vergleich
Zwischen ganz intern und ganz extern gibt es viele Stufen. Diese drei Grundformen helfen bei der Einordnung.
| Modell | So sieht es aus | Passt, wenn | Achten Sie auf |
|---|---|---|---|
| Intern | Eine eigene Marketingperson oder ein Team erledigt die Arbeit. | Genug Arbeit für mindestens eine volle Stelle da ist und Sie die passende Person finden. | Eine einzelne Person kann selten Strategie, Text, Website, Werbung und Messung gleich gut. |
| Gemischt | Jemand im Haus führt und entscheidet, externe Fachleute setzen einzelne Bereiche um. | Sie eine Ansprechperson im Haus haben, die Zeit für Freigaben und Abstimmung hat. | Klare Zuständigkeiten, damit nicht drei Partner aneinander vorbei arbeiten. |
| Extern | Ein Partner übernimmt fast das ganze Marketing, die Geschäftsleitung gibt frei. | Im Haus niemand Marketing betreuen kann und Sie dem Partner eng vertrauen. | Abhängigkeit, Zugriff auf Konten und Daten, Wissen, das beim Partner liegt statt bei Ihnen. |
Für die meisten KMU, mit denen wir arbeiten, passt das gemischte Modell. Das ist unsere Erfahrung, keine allgemeine Regel.
Wie sieht das für Ihren Betrieb aus?
Im Erstgespräch schauen wir Ihre Ausgangslage an und sagen offen, was wir sehen und ob wir helfen können. Über 120 Schweizer Unternehmen betreut seit 2023.
Was Sie auslagern können
Nicht jede Aufgabe eignet sich gleich gut. Die Einordnung zeigt, wo externe Fachleute am meisten bringen und was Sie besser selbst behalten.
| Aufgabe | Auslagern? | Warum |
|---|---|---|
| Website, Landingpages, Technik | Gut geeignet. | Braucht Fachwissen, fällt aber nur phasenweise an. |
| Google Ads, LinkedIn Ads, Meta Ads | Gut geeignet. | Plattformen ändern sich laufend, Erfahrung aus vielen Konten hilft. |
| SEO und Sichtbarkeit in KI-Antworten | Gut geeignet. | Technik und Messung sind Spezialwissen. Die Fachinhalte müssen trotzdem von Ihnen kommen. |
| CRM und Lead-Prozess einrichten | Gut geeignet. | Einmal sauber aufgesetzt, betreibt Ihr Team es selbst weiter. |
| Texte und Inhalte | Teilweise. | Schreiben kann extern geschehen. Erfahrung, Beispiele und Meinung müssen aus Ihrem Betrieb kommen. |
| LinkedIn der Geschäftsleitung | Teilweise. | Redaktion und Struktur ja, die Stimme und die Gespräche bleiben beim Inhaber. |
| Positionierung und Ziele | Nicht abgeben. | Ein Partner kann moderieren und hinterfragen. Entscheiden muss die Geschäftsleitung. |
| Kundengespräche und Verkauf | Meist nicht. | Vertrauen entsteht im Gespräch mit Ihnen. Termine vorbereiten lässt sich auslagern, mehr unter SDR auslagern. |
Kosten ehrlich vergleichen
Der Vergleich zwischen einer eigenen Stelle und einem externen Partner fällt oft falsch aus, weil nur Lohn und Honorar nebeneinander stehen. Zu einer Stelle gehören auch Sozialversicherungen, Pensionskasse, Ferien, Arbeitsplatz, Weiterbildung, Tools und die Zeit für Einarbeitung und Führung.
Beim Partner kommen Abstimmung, Freigaben und Ihre eigene Zeit dazu. Vergleichen Sie deshalb die Gesamtkosten pro Jahr für dieselbe Leistung, nicht den Stundensatz mit dem Monatslohn. Wie Sie das Gesamtbudget bestimmen, steht unter Marketingbudget planen.
Was die Forschung beschreibt
Gail McGovern und John Quelch beschrieben 2005 in der Harvard Business Review, dass Unternehmen seit Langem kreative Aufgaben wie Werbung auslagern. Neu sei, dass auch analytische Aufgaben wie Kundendaten und Lead-Management nach aussen gehen, weil Marketing analytischer werde.
Für KMU ist das heute aktueller als damals. Messung, CRM und Werbekonten sind genau die Bereiche, die viel Fachwissen verlangen und für die selten eine eigene Stelle lohnt.
Vertrag und Recht
Drei Punkte sollten Sie vor dem Start klären. Die Angaben ersetzen keine Rechtsberatung, sie zeigen, wo Sie genau hinschauen sollten.
Auftrag oder Werkvertrag?
Laufende Betreuung gilt meist als Auftrag nach Art. 394 ff. OR. Ein Auftrag kann nach Art. 404 OR von beiden Seiten jederzeit beendet werden, zur Unzeit nur mit Schadenersatz. Ein klar umrissenes Ergebnis wie eine Website kann ein Werkvertrag nach Art. 363 ff. OR sein. Massgebend ist der Inhalt, nicht der Titel.
Wer bearbeitet Daten?
Bearbeitet der Partner Personendaten Ihrer Kunden, etwa im CRM oder Newsletter, ist er Auftragsbearbeiter nach Art. 9 DSG. Sie bleiben verantwortlich, müssen sich vergewissern, dass er die Daten sicher bearbeitet, Unteraufträge darf er nur mit Ihrer vorgängigen Genehmigung vergeben.
Wem gehört was?
Werbekonten, Domain, Website, Tracking und CRM sollten auf Ihre Firma laufen, der Partner erhält Zugriff. Halten Sie schriftlich fest, wer die Rechte an Texten, Bildern und Code hat und was bei einer Kündigung übergeben wird.
Konten richtig einrichten
Ob Sie den Partner später problemlos wechseln können, entscheidet sich am ersten Tag. Die Regel ist einfach. Ihre Firma ist Eigentümerin, der Partner erhält einen eigenen Zugang mit den Rechten, die er braucht.
| Konto | So sollte es eingerichtet sein |
|---|---|
| Domain | Ihre Firma ist als Halterin beim Registrar eingetragen, nicht der Partner. Lassen Sie sich die Halterangaben aus dem Konto beim Registrar zeigen. |
| Google Ads | Konto und Zahlungsprofil auf Ihre Firma. Die Agentur verknüpft ihr Verwaltungskonto oder erhält einen Zugang als Nutzerin. Mindestens eine Person bei Ihnen hat Administratorrechte. |
| Google Analytics und Tag Manager | Konto und Container gehören Ihrer Firma, der Partner wird als Nutzer hinzugefügt. Sonst geht bei einem Wechsel der ganze Verlauf verloren. |
| Meta | Das Business-Konto gehört Ihrer Firma. Die Agentur wird als Partner mit Zugriff auf Werbekonto, Seite und Pixel eingetragen. |
| Die Unternehmensseite wird von mindestens einer Person aus Ihrem Haus verwaltet, die Agentur erhält eine eigene Rolle. | |
| Website und CRM | Vertrag und Rechnung des Website-Plans und des CRM laufen auf Ihre Firma, oder der Vertrag regelt die Übertragung bei Ende der Zusammenarbeit. |
Zu Texten, Bildern und Code gilt ohne klare Abrede das Urheberrechtsgesetz. Das Urheberrecht bleibt dann beim Urheber, und Sie erhalten im Zweifel nur die Nutzungsrechte, die für den vereinbarten Zweck nötig sind. Halten Sie im Vertrag fest, welche Rechte auf Ihre Firma übergehen und ob auch Bearbeitungen erlaubt sind.
Transparenz bei Google Ads
Google regelt in der Richtlinie für Drittanbieter, was Agenturen ihren Kunden offenlegen müssen. Wenn ein Partner Ihnen Google-Werbekosten meldet, muss er den genauen von Google berechneten Betrag nennen, ohne seine eigenen Gebühren.
Verlangen Sie deshalb Zugriff auf das Werbekonto selbst und lassen Sie Medienkosten und Honorar getrennt ausweisen. Mehr zur Zusammenarbeit mit externen Fachleuten unter Google Ads Freelancer und Google Ads Betreuung.
Häufige Fehler
- Ziele mit abgegeben
Der Partner entscheidet, was Erfolg ist, und misst sich selbst.
- Konten beim Partner
Bei einer Trennung fehlen Werbekonto, Daten und Verlauf.
- Niemand im Haus zuständig
Freigaben bleiben liegen, und der Partner arbeitet ohne Wissen über Ihre Kunden.
- Zu viele Partner
Website, Werbung und SEO bei drei Firmen, ohne dass jemand das Ganze steuert.
So wählen Sie einen Partner
Diese Punkte sollten Sie vor einer Zusammenarbeit klären, schriftlich und mit konkreten Antworten.
- Verständnis
- Fragt der Partner zuerst nach Ihren Kunden, Auftragswerten und Zielen, bevor er Massnahmen vorschlägt?
- Kann er erklären, warum eine Massnahme zu Ihrer Lage passt, und sagt er auch, was er nicht empfiehlt?
- Belege
- Gibt es Referenzen mit Namen, die Sie anrufen dürfen?
- Werden Ergebnisse als Messung beschrieben, nicht als Versprechen?
- Zusammenarbeit
- Wer ist Ihre feste Ansprechperson, und wer setzt tatsächlich um?
- Wie oft berichten Sie gemeinsam, und welche Zahlen sehen Sie dabei?
- Vertrag
- Laufzeit und Kündigung, Eigentum an Konten und Inhalten, Übergabe bei Ende.
- Datenschutz, wenn Kundendaten bearbeitet werden.
- Medienkosten und Honorar getrennt ausgewiesen.
- Honorarmodell
- Pauschale pro Monat, Stunden oder Prozent des Werbebudgets. Ein Prozentsatz vom Budget belohnt höhere Ausgaben, nicht bessere Ergebnisse. Fragen Sie, wie der Partner damit umgeht.
- Arbeitet der Partner auch für direkte Mitbewerber in Ihrer Region? Klären Sie das offen.
- Sprache
- Werden Texte für den Schweizer Markt geschrieben, mit ss, Franken und Begriffen, die Ihre Kunden verwenden? Bei Partnern aus dem Ausland ist das nicht selbstverständlich.
Wann Auslagern nicht passt
Auslagern ist keine Lösung für jedes Problem. In diesen Fällen sollten Sie zuerst etwas anderes klären.
- Keine Richtung
Wenn Sie nicht wissen, welche Kunden Sie gewinnen wollen, setzt auch der beste Partner nur Massnahmen ohne Ziel um.
- Keine Zeit für Freigaben
Ein Partner braucht Antworten, Beispiele und Entscheide. Ohne eine Stunde pro Woche im Haus bleibt die Arbeit stecken.
- Marketing als Kern
Wenn Marketing der Kern Ihres Geschäfts ist, sollten Wissen und Team langfristig im Haus aufgebaut werden.
- Kurzfristige Rettung
Ein Partner kann ein schwaches Angebot oder fehlende Kapazität im Betrieb nicht ausgleichen. Ergebnisse lassen sich nicht garantieren.
Wie Malt Consulting arbeitet
Malt Consulting ist eine inhabergeführte Boutique ohne internes Grossteam. Die Umsetzung erfolgt über ein Netzwerk spezialisierter Freelancer und Partner. Strategische Verantwortung, Kundenführung und Qualitätssicherung liegen beim Inhaber.
Zu den Bausteinen gehören Positionierung und Strategie, Websites in Webflow, SEO und Sichtbarkeit in KI-Antworten, Google Ads, Meta Ads, LinkedIn, Outbound sowie CRM und Lead-Prozess. Wie die Zusammenarbeit konkret aussieht, klären wir im Erstgespräch.
Wie Sie starten
Schreiben Sie auf, welche Aufgaben im Marketing heute anfallen, wer sie erledigt und wie viele Stunden das pro Monat sind. Markieren Sie, was liegen bleibt. Das ist meist die beste Liste dessen, was Sie auslagern sollten.
Wer zuerst einen Plan braucht, beginnt beim Marketingkonzept und dem Marketingplan.
Wer diese Seite geschrieben hat
Konstantin Malt hat Malt Consulting 2023 gegründet, damals unter dem Namen Digitalwahl. Er begleitet inhabergeführte Schweizer Unternehmen bei Positionierung, Website und Kundengewinnung und übernimmt für sie die Teile des Marketings, die intern nicht sinnvoll besetzt werden können.
- AusbildungBachelor in Betriebswirtschaft, Universität St. Gallen (HSG)
- ErfahrungÜber 120 Schweizer Unternehmen betreut seit 2023
- Geprüft28. Oktober 2026, gegen die Quellen unten
«Malt Consulting hat unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen. Ein grosses Dankeschön an Konstantin und sein Team – aufmerksam, präzise und mit echtem Verständnis für unsere Bedürfnisse.»
Kundenstimme auf maltconsulting.ch
«Konstantin hat uns von Anfang an super beraten und die Ergebnisse die er am Anfang angedeutet hat, hat er um ein vielfaches übertroffen.»
Kundenstimme auf maltconsulting.ch
Häufige Fragen
Kurz beantwortet für KMU, die Marketing ganz oder teilweise abgeben wollen.
Was kostet es, Marketing auszulagern?
Das hängt von Umfang, Kanälen und Medienbudget ab. Vergleichen Sie die Gesamtkosten pro Jahr für dieselbe Leistung, intern mit Lohn, Sozialversicherungen, Tools und Einarbeitung, extern mit Honorar, Medienkosten und Ihrer eigenen Zeit für die Abstimmung.
Agentur, Freelancer oder Beratung?
Ein Freelancer passt für eine klar umrissene Aufgabe. Eine Agentur deckt mehrere Bereiche ab. Eine Beratung hilft, wenn zuerst Richtung und Prioritäten fehlen. Wichtig ist, dass am Ende eine Person das Ganze steuert.
Kann ich einen Marketingvertrag jederzeit kündigen?
Gilt der Vertrag als Auftrag nach Obligationenrecht, kann er nach Art. 404 OR jederzeit beendet werden, zur Unzeit mit Schadenersatz. Ob das auf Ihren Vertrag zutrifft, hängt vom Inhalt ab. Lassen Sie das im Zweifel rechtlich prüfen.
Wem gehört das Google-Ads-Konto?
Das sollte im Vertrag stehen. Wir empfehlen, dass das Konto auf Ihre Firma läuft und der Partner nur Zugriff erhält. So behalten Sie Daten und Verlauf, auch wenn Sie den Partner wechseln.
Brauche ich einen Vertrag zur Auftragsbearbeitung?
Wenn der Partner Personendaten für Sie bearbeitet, etwa Kontakte im CRM oder Empfänger eines Newsletters, sieht Art. 9 DSG vor, dass die Bearbeitung vertraglich übertragen wird. In der Praxis wird dafür meist ein Vertrag zur Auftragsbearbeitung abgeschlossen.
Weiterlesen
Quellen
- Obligationenrecht (OR), SR 220, Art. 363 ff. (Werkvertrag), Art. 394 ff. (einfacher Auftrag) und Art. 404 (Widerruf und Kündigung), abgerufen am 28.10.2026. fedlex.admin.ch, SR 220
- Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG), SR 235.1, Art. 9 (Bearbeitung durch Auftragsbearbeiter), in Kraft seit 1.9.2023, abgerufen am 28.10.2026. fedlex.admin.ch, SR 235.1
- Google Ads Werberichtlinien, «Google-Richtlinie für Drittanbieter», Anforderungen an Transparenz, abgerufen am 28.10.2026. support.google.com/adspolicy/answer/6086450
- Gail McGovern und John Quelch, «Outsourcing Marketing», Harvard Business Review, März 2005, abgerufen am 28.10.2026. hbr.org/2005/03/outsourcing-marketing
- Bundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (URG), SR 231.1, abgerufen am 29.10.2026. fedlex.admin.ch, SR 231.1
- Malt Consulting, Erfahrung aus der Arbeit mit über 120 Schweizer Unternehmen seit 2023.
Klären, was Sie abgeben sollten
Im Erstgespräch gehen wir Ihre heutigen Aufgaben im Marketing durch und sagen Ihnen offen, was Sie im Haus behalten sollten und wo ein Partner mehr bringt.
Lieber direkt? +41 78 814 14 58 oder info@maltconsulting.ch