KI-Suchmaschinen erklärt
ChatGPT, Perplexity, Copilot und der KI-Modus von Google beantworten Fragen mit Quellen aus dem Netz. Jede dieser Suchen holt ihre Quellen auf einem eigenen Weg.

Was ist eine KI-Suchmaschine?
Eine KI-Suchmaschine beantwortet eine Frage nicht mit einer Liste von Links, sondern mit einem formulierten Text. Dafür sucht sie im Netz oder in einem eigenen Index nach passenden Seiten, fasst sie mit einem Sprachmodell zusammen und nennt meist die Quellen. Bekannte Beispiele sind die KI-Übersicht und der KI-Modus von Google, die Suche in ChatGPT, Microsoft Copilot und Perplexity. Für Firmen heisst das, dass ihre Website nicht mehr nur als Treffer erscheint, sondern als Quelle in einer Antwort genannt werden kann oder eben nicht.
Grundlage sind die Dokumentationen von Google, OpenAI, Microsoft, Perplexity und Anthropic sowie unsere eigene Auswertung von ChatGPT-Antworten aus der Schweiz. Die Quellen stehen am Ende der Seite.
Die wichtigsten KI-Suchen
Die Tabelle zeigt, woher jede Suche ihre Quellen holt und was Website-Betreiber offiziell darüber erfahren. Stand ist der 28. Oktober 2026.
| KI-Suche | Woher die Quellen kommen | Was Website-Betreiber sehen |
|---|---|---|
| Google KI-Übersicht und KI-Modus | Aus dem normalen Google-Index. Eine Seite muss indexiert sein und mit einem Snippet erscheinen dürfen. | Seit 31. August 2026 einen eigenen Bericht in der Search Console, mit Impressionen, aber ohne Klicks. |
| ChatGPT-Suche | OpenAI nutzt für die Suche den Crawler OAI-SearchBot. Wer ihn sperrt, erscheint laut OpenAI nicht in den Suchantworten. | Einen vergleichbaren Bericht für Website-Betreiber kennen wir nicht. Besuche aus ChatGPT zeigen sich in der Webanalyse. |
| Microsoft Copilot und Bing | Laut Microsoft aus dem Suchindex von Bing. | Seit Februar 2026 den Bericht AI Performance in den Bing Webmaster Tools, mit Zitierungen pro Seite. |
| Perplexity | Aus einem eigenen Index, der laut Perplexity über 200 Milliarden Adressen erfasst. Der Such-Crawler heisst PerplexityBot. | Einen öffentlichen Bericht für Website-Betreiber kennen wir nicht. |
| Claude | Anthropic nutzt für die Suche den Crawler Claude-SearchBot und für Abrufe auf Anfrage Claude-User. | Einen öffentlichen Bericht für Website-Betreiber kennen wir nicht. |
| Gemini-App | Laut Google aus dem Google-Suchindex. Über das Steuerzeichen Google-Extended entscheiden Sie, ob Ihre Inhalte dafür genutzt werden. | Der Search-Console-Bericht deckt die Gemini-App nicht ab, sondern die KI-Übersicht und den KI-Modus. |
Welcher Crawler welchem Zweck dient, also Suche oder Training, zeigt die Übersicht im Ratgeber LLMO.
So entsteht eine KI-Antwort
Der genaue Ablauf ist bei jedem Anbieter anders und nicht öffentlich. Die drei Schritte unten beschreiben Google, Microsoft und Perplexity aber in ähnlicher Form.
Die Frage wird zerlegt
Eine längere Frage wird in mehrere Suchanfragen aufgeteilt. Google nennt das Query Fan-out, Microsoft spricht von Grounding Queries.
Passende Stellen werden gesucht
Die Suche holt Seiten aus ihrem Index und bewertet einzelne Abschnitte. Perplexity beschreibt, dass es Dokumente in kleinere Teile zerlegt und diese einzeln bewertet.
Die Antwort nennt Quellen
Das Sprachmodell formuliert die Antwort und verlinkt einige der Quellen. Welche Quelle als Link erscheint, legt kein Anbieter offen.
Wann KI-Suche, wann Google
KI-Suchen sind nicht für jede Frage besser. Die Tabelle zeigt, wofür sie sich in der Praxis eignen und wo die klassische Trefferliste oder die Quelle selbst verlässlicher ist.
| Aufgabe | Eignung einer KI-Suche | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Ein Thema verstehen, Begriffe klären | Gut. Die Zusammenfassung spart das Lesen vieler Seiten. | Mindestens eine Quelle öffnen und prüfen, ob sie die Aussage wirklich trägt. |
| Anbieter oder Produkte vergleichen | Als Vorauswahl. Hilfreich für eine erste Liste mit Kriterien. | Preise, Funktionen und Verfügbarkeit in der Schweiz beim Anbieter selbst nachsehen. |
| Recht, Steuern, Sozialversicherungen | Nur als Einstieg. Modelle verwechseln oft deutsches und Schweizer Recht. | Auf admin.ch, fedlex oder bei der kantonalen Stelle nachlesen. |
| Lokale Firma, Öffnungszeiten, Route | Teilweise. Google Maps und das Unternehmensprofil sind hier meist aktueller. | Telefonnummer und Öffnungszeiten auf der Website der Firma bestätigen. |
| Eine bestimmte Website aufrufen | Umweg. Die normale Suche oder die Adresse direkt ist schneller. | Keine. |
| Ganz aktuelle Ereignisse | Unterschiedlich. Je nach Suche und Index fehlen neue Seiten noch. | Datum der genannten Quellen prüfen. |
Wie sieht das für Ihren Betrieb aus?
Im Erstgespräch schauen wir Ihre Ausgangslage an und sagen offen, was wir sehen und ob wir helfen können. Über 120 Schweizer Unternehmen betreut seit 2023.
Typische Schweizer Fehler
Im deutschsprachigen Netz stehen weit mehr Seiten aus Deutschland als aus der Schweiz. Nach unserer Beobachtung zeigt sich das in vielen Antworten. Häufig sind Preise in Euro statt Franken, die DSGVO statt des Schweizer Datenschutzgesetzes, deutsche Behörden und Formulare oder Anbieter, die in der Schweiz gar nicht tätig sind.
Es hilft, das Land ausdrücklich in die Frage zu schreiben und bei Rechtsthemen nach der Schweizer Quelle zu fragen. Eine Antwort mit Eszett statt Doppel-s oder mit Euro-Beträgen ist ein Hinweis, dass die Quellen nicht aus der Schweiz stammen.
KI-Suche im Geschäftsalltag
Wer KI-Suchen im Team nutzt, sollte zwei Dinge regeln. Erstens, welche Daten hineindürfen. Kundendaten, Offerten und Personaldaten gehören nicht in eine private Gratisversion. Die Anbieter haben für Firmenkonten oft eigene Regeln, ob Eingaben zum Training verwendet werden. Lesen Sie die Bedingungen und Einstellungen Ihres Tarifs, bevor Sie sich darauf verlassen.
Zweitens, wer Ergebnisse prüft. Eine KI-Antwort, die in eine Offerte oder einen Kundentext übernommen wird, braucht dieselbe Prüfung wie jede andere Recherche.
KI-Suchen richtig nutzen
Wer selbst mit KI-Suchmaschinen recherchiert, bekommt bessere Antworten, wenn er ein paar Regeln beachtet. Diese Punkte geben wir auch unseren Kunden mit.
- Konkret fragen
- Branche, Region und Zweck nennen, etwa «für eine Firma mit 20 Mitarbeitenden im Kanton Zürich».
- Eine Frage pro Anfrage statt fünf Fragen in einem Satz.
- Quellen verlangen
- Nach den Quellen fragen und mindestens eine davon selbst öffnen.
- Auf das Datum der Quelle achten, gerade bei Preisen, Gesetzen und Software.
- Ergebnis prüfen
- Dieselbe Frage in zwei Suchen stellen. Weichen die Antworten stark ab, ist Vorsicht angebracht.
- Zahlen und Namen nie ungeprüft übernehmen.
- Vertrauliches schützen
- Keine Kundendaten, Verträge oder internen Zahlen in eine öffentliche KI-Suche eingeben.
- Für interne Daten die Regeln Ihrer Firma und den Datenschutz beachten.
Was das für Ihre Firma heisst
Eine KI-Suche empfiehlt nicht einfach die Firma auf Platz 1 bei Google. Jede Suche wählt aus ihrem eigenen Index, und selbst dieselbe Suche nennt bei derselben Frage nicht immer dieselben Quellen. In unserer Auswertung teilten sich zwei ChatGPT-Antworten auf dieselbe Frage im Schnitt nur 32 % ihrer Quellen.
Für eine Firma folgt daraus zweierlei. Erstens muss die Website für die Crawler aller wichtigen Suchen erreichbar sein und ihre Leistungen klar als Text erklären. Zweitens sagt ein einzelner Test nichts aus. Hinzu kommt, dass KI-Antworten weniger Klicks auslösen. In einer Untersuchung des Pew Research Center mit Browserdaten von 900 Erwachsenen in den USA klickten Nutzer auf Google-Seiten mit KI-Zusammenfassung in 8 % der Besuche auf ein Suchergebnis, ohne Zusammenfassung in 15 %. Die Daten stammen aus dem März 2025 und gelten für die USA, die Richtung ist aber auch für die Schweiz plausibel. Wer wissen will, ob er genannt wird, stellt dieselbe Frage viele Male und zählt, in wie vielen Antworten die Firma vorkommt. Wie die einzelnen Suchen funktionieren, erklären wir unter ChatGPT SEO, Perplexity SEO und SEO für Copilot und Gemini.
1'071 Antworten auf 55 Fragen aus der Schweiz, im Schnitt 16,4 Durchgänge pro Frage. 17 % der Antworten nannten local.ch oder search.ch. Methode und Grenzen in der Studie zur KI-Sichtbarkeit.
Häufige Irrtümer
Rund um KI-Suchmaschinen kursieren viele Behauptungen. Hier steht jede neben dem, was die Anbieter selbst dokumentieren.
| Behauptung | Was belegt ist |
|---|---|
| «Alle KI-Suchen nutzen Google.» | Nein. Copilot nutzt laut Microsoft den Index von Bing, Perplexity einen eigenen Index. Nur die KI-Funktionen von Google und die Gemini-App stützen sich auf den Google-Index. |
| «Wer bei Google oben steht, wird auch von der KI empfohlen.» | Nein. Gute Rankings helfen bei Google, sind aber keine Garantie. Bei anderen Suchen zählt deren eigener Index. |
| «Sperrt man GPTBot, verschwindet man aus ChatGPT.» | Nein. GPTBot dient laut OpenAI dem Training. Für die Suche ist OAI-SearchBot zuständig, beide lassen sich getrennt steuern. |
| «Es gibt keine offiziellen Zahlen.» | Nicht mehr. Google und Microsoft bieten seit 2026 eigene Berichte. Sie messen aber Unterschiedliches und lassen sich nicht vergleichen. |
| «Eine llms.txt-Datei ist Pflicht.» | Nein. Google schreibt, dass die Datei für die Google-Suche weder schadet noch hilft. Mehr unter llms.txt. |
| «Alle sehen dieselbe Antwort.» | Nein. Antworten hängen von Zeitpunkt, Ort, Sprache, Konto und Modell ab. |
Was KI-Suchen nicht können
KI-Suchmaschinen sind nützlich, aber sie haben klare Grenzen. Für Nutzer und für Firmen gilt das gleichermassen.
- Sie irren sich
Sprachmodelle können Fakten falsch zusammensetzen, auch wenn sie Quellen nennen. Die Quelle selbst zu öffnen, bleibt nötig.
- Sie schwanken
Dieselbe Frage liefert zu verschiedenen Zeitpunkten andere Antworten und andere Quellen. Ein Screenshot ist keine Messung.
- Sie haben keine Rangliste
Es gibt keinen Platz 1 in ChatGPT, den man erreichen oder kaufen könnte. Jede Antwort wird neu zusammengestellt.
- Sie ersetzen kein Vertrauen
Eine Nennung in einer KI-Antwort ist noch kein Auftrag. Kunden prüfen danach meist Website, Bewertungen und Referenzen.
Wer diese Seite geschrieben hat
Konstantin Malt hat Malt Consulting 2023 gegründet, damals unter dem Namen Digitalwahl. Er begleitet inhabergeführte Schweizer Unternehmen bei Positionierung, Website und Kundengewinnung und prüft für Kunden, wie sie in Google und in KI-Antworten erscheinen.
- AusbildungBachelor in Betriebswirtschaft, Universität St. Gallen (HSG)
- ErfahrungÜber 120 Schweizer Unternehmen betreut seit 2023
- Geprüft28. Oktober 2026, gegen die Dokumentationen der Anbieter unten
Häufige Fragen
Kurz beantwortet, mit dem Stand der Dokumentationen vom 28. Oktober 2026.
Welche KI-Suchmaschine ist die beste?
Das hängt von der Aufgabe ab. Für schnelle Fragen mit Quellen nutzen viele Perplexity oder die Suche in ChatGPT, für lokale Fragen und Öffnungszeiten bleibt Google stark, und wer mit Microsoft-Produkten arbeitet, nutzt oft Copilot. Für wichtige Entscheidungen lohnt es sich, zwei Suchen zu vergleichen.
Ersetzen KI-Suchmaschinen Google?
Nicht vollständig. Google hat selbst KI-Funktionen in die Suche eingebaut, die KI-Übersicht und den KI-Modus. Viele Menschen nutzen heute mehrere Wege nebeneinander. Für Firmen heisst das, dass klassisches SEO die Grundlage bleibt und die anderen Suchen dazukommen.
Kann ich meine Website aus KI-Suchen ausschliessen?
Ja, aber für jeden Anbieter einzeln. Bei ChatGPT, Perplexity und Claude geschieht das über die Such-Crawler in der robots.txt, bei Google über die Einstellung in der Search Console. Bevor Sie etwas sperren, sollten Sie klären, ob Sie die Suche oder nur das Training ausschliessen wollen.
Wie finde ich heraus, ob eine KI meine Firma nennt?
Mit vielen Durchgängen pro Frage. Stellen Sie die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, wiederholt und notieren Sie, in wie vielen Antworten Ihre Firma erscheint, als «x von N». Ergänzend zeigen die Search Console und die Bing Webmaster Tools offizielle Werte für Google und Microsoft.
Gibt es den KI-Modus von Google in der Schweiz?
Ja, der KI-Modus ist auch in der Schweiz und auf Deutsch nutzbar. Einzelne Zusatzfunktionen können je nach Land, Sprache oder Konto fehlen. Mehr dazu unter Google AI Mode.
Welche KI-Suchmaschinen gibt es ausser diesen?
Mehrere klassische Suchmaschinen zeigen inzwischen ebenfalls KI-Antworten über den Treffern, und es gibt spezialisierte Suchen etwa für wissenschaftliche Literatur. Diese Seite beschränkt sich auf Google, ChatGPT, Copilot, Perplexity und Claude, weil diese Anbieter öffentlich dokumentieren, woher ihre Quellen kommen.
Sind KI-Suchmaschinen kostenlos?
Die Grundfunktionen lassen sich bei den bekannten Anbietern in der Regel ohne Abo nutzen. Umfang, Modelle und Funktionen hängen aber vom Abo ab und ändern sich oft. Prüfen Sie das direkt beim Anbieter.
Weiterlesen
Quellen
- Google Search Central, «AI features and your website», Stand 10.12.2025. developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features
- Google Search Central, «Optimizing your website for generative AI features on Google Search», Stand 10.7.2026. developers.google.com/search/docs/fundamentals/ai-optimization-guide
- Google Search Console Hilfe, «Generative AI performance report», abgerufen 28.10.2026. support.google.com/webmasters/answer/16984139
- Google Crawling Infrastructure, «Google's common crawlers», Abschnitt Google-Extended, Stand 15.10.2026. developers.google.com/crawling/docs/crawlers-fetchers/google-common-crawlers
- OpenAI, «Overview of OpenAI Crawlers», abgerufen 28.10.2026. developers.openai.com/api/docs/bots
- Microsoft Bing Webmaster Blog, «Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public Preview», 10.2.2026. blogs.bing.com/webmaster/2026/2/Introducing-AI-Performance-in-Bing-Webmaster-Tools-Public-Preview
- Microsoft Advertising Blog, «Optimizing your content for inclusion in AI search answers», 8.10.2025. about.ads.microsoft.com/en/blog/post/october-2025/optimizing-your-content-for-inclusion-in-ai-search-answers
- Perplexity, «Architecting and Evaluating an AI-First Search API», 25.9.2025. perplexity.ai/hub/blog/architecting-and-evaluating-an-ai-first-search-api
- Anthropic Hilfe, «Does Anthropic crawl data from the web, and how can site owners block the crawler?», Stand 7.4.2026. support.anthropic.com/en/articles/8896518
- Pew Research Center, «Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results», 22.7.2025, abgerufen 29.10.2026. pewresearch.org/short-reads/2025/07/22
- Malt Consulting, Studie zur KI-Sichtbarkeit Schweiz, eigene Messung 2026. maltconsulting.ch/ki-sichtbarkeit-studie-schweiz
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