LinkedIn Sales Navigator, Anleitung für Schweizer B2B-KMU
Der LinkedIn Sales Navigator ist das kostenpflichtige Vertriebswerkzeug von LinkedIn. Er hilft, die richtigen Firmen und Personen zu finden, Listen zu führen und Veränderungen bei Wunschkunden mitzubekommen. Diese Seite erklärt die Pläne und Kosten, die wichtigsten Filter, einen Wochenablauf für die Praxis und wann sich das Abo für ein Schweizer KMU lohnt.
Was der LinkedIn Sales Navigator kann
Im Vergleich zur normalen LinkedIn-Suche bietet der Sales Navigator laut LinkedIn vor allem diese Funktionen.
| Funktion | Wofür sie im Vertrieb nützt |
|---|---|
| Erweiterte Suchfilter | Personen und Firmen nach Region, Branche, Grösse, Funktion, Hierarchiestufe und weiteren Kriterien eingrenzen. |
| Listen für Leads und Accounts | Wunschkunden und Ansprechpersonen gesammelt führen, statt sie jedes Mal neu zu suchen. |
| Alerts | Hinweise, wenn sich bei gespeicherten Personen oder Firmen etwas ändert, etwa ein Stellenwechsel. |
| Empfehlungen | Vorschläge für weitere passende Personen und Firmen auf Basis Ihrer Aktivität. |
| Relationship Map und TeamLink | Entscheider in einer Firma überblicken und gemeinsame Kontakte im eigenen Team finden. |
| InMail | Nachrichten an Personen, mit denen Sie nicht vernetzt sind, mit einem monatlichen Kontingent. |
| CRM-Anbindung | Je nach Plan Abgleich mit CRM-Systemen wie Salesforce oder HubSpot. |
Pläne und Kosten des Sales Navigators
LinkedIn veröffentlicht die Preise in US-Dollar und weist darauf hin, dass sie Schätzungen sind, ohne Mehrwertsteuer gelten und sich ändern können. Der Preis in Ihrem Konto kann deshalb abweichen. Stand der Angaben ist Oktober 2026.
| Plan | Für wen laut LinkedIn | Preis laut LinkedIn |
|---|---|---|
| Core | Einzelne Verkäufer | ab USD 119.99 pro Monat oder USD 1'079.88 pro Jahr |
| Advanced | Verkaufsteams mit Zusammenarbeitsfunktionen | ab USD 159.99 pro Monat oder USD 1'799.88 pro Jahr |
| Advanced Plus | Teams mit unterstütztem CRM und tieferer Integration | auf Anfrage |
Alle drei Pläne enthalten laut Vergleichsseite 50 InMail-Credits pro Monat. Für Core und Advanced gibt es eine kostenlose Testphase, sofern Sie kein bezahltes LinkedIn-Abo haben und in den letzten 365 Tagen keine Testphase genutzt haben. Für einen Inhaber oder einen einzelnen Verkaufsleiter reicht in der Regel Core.
Die wichtigsten Filter für Schweizer KMU
Die Schweiz ist ein kleiner Markt. Zu enge Filter liefern schnell nur eine Handvoll Treffer, zu breite Filter Tausende, die niemand sinnvoll bearbeiten kann. Bewährt hat sich, zuerst Firmen zu suchen und danach die Personen darin.
Firmen, also Accounts
- Hauptsitz. Schweiz, bei Bedarf Kanton oder Region.
- Branche. Aus Ihren besten bestehenden Kunden abgeleitet, nicht aus einer Wunschliste.
- Unternehmensgrösse. Die Mitarbeiterzahl, die zu Ihrem Angebot passt.
- Veränderungen. Wachstum der Mitarbeiterzahl oder offene Stellen können auf einen Anlass hindeuten. Prüfen Sie solche Hinweise immer an der Quelle, etwa auf der Karriereseite der Firma.
Personen, also Leads
- Funktion und Hierarchiestufe. Zum Beispiel Inhaber, Geschäftsführung, Verkaufsleitung.
- Aktuelle Firma. Aus Ihrer gespeicherten Account-Liste.
- Jobwechsel. Personen, die vor kurzem eine neue Stelle angetreten haben, ordnen ihren Bereich oft neu.
- Aktivität. Wer auf LinkedIn kürzlich etwas veröffentlicht hat, liest Nachrichten eher und bietet einen natürlichen Anknüpfungspunkt.
Ein Wochenablauf mit dem Sales Navigator
- 01
Einmalig, die Account-Liste
50 bis 150 Firmen, die zu Ihrem Profil passen, als Liste speichern. Jede Firma kurz auf der Website prüfen.
- 02
Einmalig, die Personen
Pro Firma die ein bis drei relevanten Entscheider speichern und auf der Firmenwebsite bestätigen.
- 03
Wöchentlich, Hinweise lesen
Alerts durchgehen. Jobwechsel, Beiträge, Firmenmeldungen. Wo ein echter Anlass entsteht, die Firma für die Woche vormerken.
- 04
Wöchentlich, sichtbar werden
Bei vorgemerkten Personen sinnvoll kommentieren, bevor Sie schreiben. Mehr dazu unter Social Selling.
- 05
Wöchentlich, persönlich schreiben
Einige wenige Nachrichten mit konkretem Bezug. Ergebnis und nächsten Schritt im CRM festhalten.
InMail und Vernetzung richtig nutzen
InMails sind begrenzt und sollten den Fällen vorbehalten sein, in denen eine Vernetzung nicht passt. Für die meisten Kontakte ist eine Vernetzungsanfrage mit kurzem, persönlichem Bezug der natürlichere Weg. Eine Nachricht, die sofort das Angebot erklärt, wird meist ignoriert.
Regeln und Grenzen
- Keine Automatisierung. Die LinkedIn-Nutzervereinbarung untersagt in Ziffer 8.2 Bots und nicht autorisierte automatisierte Methoden, um auf die Dienste zuzugreifen, Kontakte hinzuzufügen oder Nachrichten zu senden, sowie das Auslesen von Profilen. Werkzeuge, die das tun, gefährden Ihr Konto.
- Keine Massennachrichten. Auch auf LinkedIn sollten Nachrichten einzeln und persönlich sein. Für fernmeldetechnische Massenwerbung gilt in der Schweiz UWG Art. 3 Abs. 1 lit. o.
- Daten nicht exportieren. Profildaten aus dem Navigator in fremde Datenbanken zu kopieren, verstösst gegen die Nutzungsbedingungen.
Wann sich der Sales Navigator lohnt
Er lohnt sich, wenn Ihre Entscheider auf LinkedIn aktiv sind, Sie eine überschaubare Zahl von Wunschkunden haben und jemand jede Woche Zeit für Ansprache und Nachfassen einplant. Er lohnt sich weniger, wenn Ihre Kunden kaum auf LinkedIn sind, etwa viele kleine Handwerksbetriebe, oder wenn niemand die Listen pflegt. Dann bezahlen Sie für eine Datenbank, die niemand nutzt. Wenn Sie LinkedIn zusätzlich für Sichtbarkeit und Beiträge nutzen wollen, hilft die Seite LinkedIn-Marketing. Für bezahlte Reichweite gibt es LinkedIn Ads.
Fragen zum LinkedIn Sales Navigator
Was kostet der LinkedIn Sales Navigator?
Laut LinkedIn kostet Core ab USD 119.99 pro Monat und Advanced ab USD 159.99 pro Monat, jährlich bezahlt günstiger. Advanced Plus gibt es auf Anfrage. Die Preise gelten ohne Mehrwertsteuer und können je nach Land und Zeitpunkt abweichen (Stand Oktober 2026).
Gibt es eine kostenlose Testphase?
Ja, für Core und Advanced, sofern Sie kein bezahltes LinkedIn-Abo haben und in den letzten 365 Tagen keine Testphase genutzt haben. Sie können vor Ablauf kündigen, um keine Kosten zu haben.
Wie viele InMails enthält der Sales Navigator?
Laut Vergleichsseite von LinkedIn 50 InMail-Credits pro Monat in allen drei Plänen.
Was ist der Unterschied zu LinkedIn Premium?
Premium erweitert das normale Profil um einzelne Zusatzfunktionen. Der Sales Navigator ist auf den Vertrieb ausgerichtet, mit eigener Suche, Listen, Hinweisen zu Wunschkunden und CRM-Anbindung.
Darf ich den Sales Navigator mit Automatisierungs-Tools nutzen?
Die LinkedIn-Nutzervereinbarung untersagt Bots und nicht autorisierte automatisierte Methoden, auch für das Senden von Nachrichten und das Auslesen von Profilen. Solche Werkzeuge gefährden Ihr Konto.
Lohnt sich der Sales Navigator für ein kleines KMU?
Ja, wenn Ihre Entscheider auf LinkedIn sind und jemand jede Woche Zeit für persönliche Ansprache hat. Ohne diese Zeit bleibt das Abo meist ungenutzt.
Belege auf dieser Seite
- LinkedIn, Sales Navigator Pläne vergleichen, abgerufen am 27. Oktober 2026, business.linkedin.com
- LinkedIn, Sales Navigator Funktionen, business.linkedin.com
- LinkedIn-Nutzervereinbarung, Ziffer 8.2, linkedin.com
- Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), Art. 3 Abs. 1 lit. o, fedlex.admin.ch
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