Physiotherapie Marketing

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten dürfen in der Schweiz werben, aber nur sachlich. Wirksam ist, was Ärzten und Patienten die Wahl erleichtert.

Konstantin Malt
Konstantin MaltGründer Malt Consulting, BWL HSG · geprüft am 28. Oktober 2026
ÄrztlicheVerordnung DirektSelbstzahler Ihre PraxisWebsite, Profil Termin

Was Physiotherapie-Marketing ist

Physiotherapie-Marketing umfasst alles, womit eine Praxis von zuweisenden Ärztinnen und Ärzten und von Patienten gefunden und gewählt wird. In der Schweiz verlangt das Gesundheitsberufegesetz, dass Physiotherapeuten in eigener fachlicher Verantwortung nur Werbung machen, die objektiv ist, dem öffentlichen Bedürfnis entspricht und weder irreführend noch aufdringlich ist. Wirksam sind deshalb vor allem klare Informationen zu Schwerpunkten, Team und Terminen, ein gepflegtes Google-Profil, eine gute Erreichbarkeit und ein verlässlicher Kontakt zu den Zuweisern.

Grundlage sind Art. 16 des Gesundheitsberufegesetzes (GesBG), Art. 5 der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) und die Berufsordnung von physioswiss, abgerufen am 29. Oktober 2026. Diese Seite ersetzt keine rechtliche Beratung.

Zwei Wege in Ihre Praxis

Anders als viele Ratgeber aus Deutschland zeigen, kommen Patienten in der Schweiz über zwei sehr verschiedene Wege. Marketing muss beide kennen.

1 Mit ärztlicher Verordnung
Die Grundversicherung übernimmt Physiotherapie nur auf ärztliche Anordnung. Je Anordnung sind es höchstens neun Sitzungen, und die erste Behandlung muss innert fünf Wochen stattfinden. Die Patientin wählt die Praxis aber selbst. Hier zählen gute Beziehungen zu Zuweisern und ein Google-Profil, das bei der Suche nach der verordneten Therapie überzeugt.
2 Direkt als Selbstzahler
Training, Prävention oder Behandlungen ohne Verordnung bezahlen Patienten selbst. Diese Menschen vergleichen stärker, lesen die Website genauer und erwarten klare Angaben zu Angebot, Ablauf und Preis.
3 Was beide verbindet
Wer eine Praxis sucht, will wissen, ob sie den passenden Schwerpunkt hat, wann ein Termin frei ist und wie man hinkommt. Diese drei Fragen sollte Ihr Auftritt in wenigen Sekunden beantworten.
4 Was Sie zuerst klären
Welche Schwerpunkte wollen Sie stärker auslasten, und haben Sie dafür freie Termine und Personal? Mehr Anfragen für ausgebuchte Therapeuten bringen nichts.

Wie sieht das für Ihre Praxis aus?

Im Erstgespräch schauen wir Ihre Ausgangslage an und sagen offen, was wir sehen und ob wir helfen können. Über 120 Schweizer Unternehmen betreut seit 2023.

Was die Regeln verlangen

Für Physiotherapie in der Schweiz gelten Bundesrecht, kantonale Aufsicht und für Mitglieder die Berufsordnung von physioswiss. Diese Übersicht nennt nur, was im Wortlaut der Quellen steht.

RegelInhalt
GesBG Art. 16 lit. eWer den Beruf in eigener fachlicher Verantwortung ausübt, macht nur Werbung, die objektiv ist, dem öffentlichen Bedürfnis entspricht und weder irreführend noch aufdringlich ist.
GesBG Art. 16 lit. hBei der Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen zählen ausschliesslich die Interessen der Patienten, unabhängig von finanziellen Vorteilen. Prämien für Zuweisungen passen damit nicht zusammen.
GesBG Art. 11Die selbständige Berufsausübung braucht eine Bewilligung des Kantons. Die kantonale Behörde ist auch die Aufsicht.
physioswiss, Ziff. 2.7Werbung ist im Rahmen der kantonalen Gesetze erlaubt. Bei Qualifikationen und Angeboten gelten Ehrlichkeit, Sachlichkeit und Verhältnismässigkeit. Im Vordergrund steht die Sache, nicht die Person.
physioswiss, Ziff. 2.3Gegenüber Dritten bleiben Äusserungen über die Behandlungsweise von Kolleginnen und Kollegen sachlich und objektiv.
UWG Art. 3 Abs. 1 lit. cUnzutreffende Titel oder Berufsbezeichnungen, die besondere Fähigkeiten vortäuschen, sind unlauter.
DSG Art. 5 lit. cDaten über die Gesundheit sind besonders schützenswerte Personendaten. Das betrifft auch Kontaktformulare und Terminanfragen.

Die Berufsordnung von physioswiss gilt für Mitglieder verbindlich, kantonale Regionalverbände haben eigene Ordnungen. Im Zweifel fragen Sie Ihren Kantonalverband oder die kantonale Gesundheitsdirektion.

Formulierungen im Vergleich

Sachlich heisst nicht langweilig. Gute Texte beantworten, was Patienten wissen wollen, ohne einen Behandlungserfolg zu versprechen.

FormulierungEinordnung
«Physiotherapie in Winterthur, Schwerpunkt Sportverletzungen»Eher unproblematisch. Ort, Angebot und Schwerpunkt.
«Termine innert einer Woche, auch am Abend»Eher unproblematisch. Wenn es stimmt, eine nützliche Auskunft.
«Unser Team und seine Weiterbildungen»Eher unproblematisch. Qualifikationen, die tatsächlich erworben wurden.
«Schmerzfrei in drei Sitzungen»Problematisch. Ein Heilversprechen, das niemand im Voraus halten kann.
«Die beste Physiotherapie der Region»Problematisch. Unbelegter Superlativ.
«Nur diesen Monat Gratis-Erstbehandlung»Heikel. Rabattdruck und Dringlichkeit wirken schnell aufdringlich.

Was im Marketing wirkt

Diese Bausteine prüfen wir bei jeder Praxis zuerst. Die Reihenfolge hängt davon ab, ob Ihre Patienten eher über Verordnungen oder direkt kommen.

  • Google-Unternehmensprofil
    • Richtige Hauptkategorie, Öffnungszeiten, Adresse, Telefon und Link zur Terminbuchung.
    • Echte Fotos der Räume und des Teams statt Bildarchiv.
    • Sachliche Antworten auf Bewertungen, ohne zu bestätigen, dass jemand Patient ist.
  • Website
    • Pro Schwerpunkt eine eigene Seite mit Ablauf, Dauer und Hinweis zur Kostenübernahme mit Verordnung oder als Selbstzahler.
    • Team mit Ausbildung und Weiterbildungen, Anfahrt und Parkplätze.
    • Inhalte als Text im HTML, damit Google und KI-Antworten sie lesen können.
  • Terminweg
    • Online-Buchung oder ein Formular, das nur Name, Kontakt und Terminwunsch abfragt.
    • Telefonische Erreichbarkeit zu den Zeiten, in denen Patienten anrufen.
  • Zuweiser
    • Eine Seite für Ärztinnen und Ärzte mit Schwerpunkten, freien Kapazitäten und direktem Kontakt.
    • Kurze, verlässliche Berichte an die zuweisende Ärztin, wie es die Berufsordnung vorsieht.
  • Team
    • Eine ehrliche Karriereseite, wenn Stellen offen sind. Ohne Therapeuten bleibt jede zusätzliche Nachfrage ungenutzt.

Kooperationen vor Ort

Neben Ärztinnen und Ärzten gibt es weitere sachliche Wege zu neuen Patienten. Sportvereine und Fitnesscenter in der Nähe, Firmen, die etwas für die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden tun wollen, und Spitex oder Pflegeheime für Hausbesuche. Ein Vortrag im Verein oder ein Angebot für ein Unternehmen ist Information und wirkt oft länger als eine Anzeige.

Die Grenze setzt Art. 16 lit. h GesBG. Es dürfen keine Prämien oder Vorteile für Zuweisungen fliessen, weder an Ärzte noch an Trainer oder Vereine. Halten Sie Vereinbarungen deshalb schriftlich und frei von Gegenleistungen pro Patient.

E-Mail an Patienten

Ein Newsletter an bisherige Patientinnen und Patienten wirkt naheliegend, ist aber heikel. Schon die Tatsache, dass jemand bei Ihnen in Behandlung war, ist eine Gesundheitsinformation. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten unterstehen zudem dem Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB.

Verwenden Sie Patientenadressen deshalb nur mit ausdrücklicher Einwilligung für Werbung, etwa per Häkchen bei der Anmeldung, und bieten Sie in jeder Mail eine einfache Abmeldung. Teilen Sie Empfänger nie nach Diagnose oder Behandlung ein, und nutzen Sie einen Versanddienst mit Vertrag zur Auftragsbearbeitung.

Drei Fragen vor jeder Massnahme

Mit diesen Fragen prüfen Sie jede Anzeige, jeden Post und jede Website-Seite, bevor sie online geht.

Stimmt es?

Ist jede Aussage belegbar?

Schwerpunkte, Titel und Wartezeiten nur so, wie sie tatsächlich sind. Keine Erfolgsquoten ohne saubere Grundlage.

Hilft es?

Erleichtert es die Wahl?

Gute Information beantwortet eine echte Frage von Patienten oder Zuweisern. Reine Selbstanpreisung tut das nicht.

Ist es fair?

Weckt es falsche Hoffnung?

Keine Heilversprechen, keine Abwertung von Kolleginnen und Kollegen und kein künstlicher Zeitdruck.

Datenschutz in der Praxis

Gesundheitsdaten sind nach dem Datenschutzgesetz besonders schützenswert. Schon eine Terminanfrage bei einer Physiotherapie kann eine Gesundheitsinformation sein. Fragen Sie im Formular deshalb nicht nach Beschwerden oder Diagnosen, und lassen Sie keine Formularinhalte in Analyse- oder Werbe-Tools fliessen.

Google zählt Informationen zu medizinischen Leistungen zu den sensiblen Kategorien. Conversions dazu dürfen laut Google nicht für erweiterte Conversions verwendet werden. Messen Sie deshalb nur, dass eine Anfrage einging, nicht was darin steht. Mehr dazu unter Datenschutz auf der Website.

Häufige Fehler

  • Nur Methoden aufzählen

    Eine Liste von Techniken sagt Patienten wenig. Sie suchen nach ihrem Problem und nach einem Termin in der Nähe.

  • Zuweiser vergessen

    Viele Praxen investieren in Social Media und pflegen den Kontakt zu den Ärzten im Quartier kaum.

  • Bewertungen erkaufen

    Rabatte gegen Bewertungen verzerren das Bild und widersprechen der Sachlichkeit, die das Berufsrecht verlangt.

  • Alte Angaben im Profil

    Falsche Öffnungszeiten oder eine alte Telefonnummer kosten Anfragen, bevor jemand die Website sieht.

Was Malt Consulting macht

Wir bauen und überarbeiten Praxis-Websites in Webflow, kümmern uns um SEO und das Google-Unternehmensprofil und richten bei Bedarf Google Ads mit sachlichen Texten ein. Dazu gehört eine Messung, die keine Gesundheitsdaten an Werbeplattformen gibt.

Wir versprechen keine Zahl neuer Patienten. Was sich verändert, zeigen wir mit Zahlen vor und nach der Umsetzung, getrennt nach Anfragen und tatsächlich vereinbarten Terminen.

Wann es nicht passt

  • Die Praxis ist ausgebucht

    Dann helfen Recruiting, Terminorganisation oder eine Warteliste mehr als Werbung.

  • Fast nur Verordnungen aus einem Netzwerk

    Wenn die Zuweisungen stabil laufen, reicht oft ein gepflegtes Profil und eine solide Website.

  • Keine Zeit für Freigaben

    Fachliche Texte brauchen Ihre Prüfung. Ohne diese Zeit bleibt der Auftritt austauschbar.

Konstantin Malt, Gründer von Malt Consulting

Wer diese Seite geschrieben hat

Konstantin Malt hat Malt Consulting 2023 gegründet, damals unter dem Namen Digitalwahl. Er begleitet inhabergeführte Schweizer Unternehmen bei Positionierung, Website und Kundengewinnung und prüft für Gesundheitsbetriebe, wie Auftritt, Werberegeln und Datenschutz zusammenpassen.

  • AusbildungBachelor in Betriebswirtschaft, Universität St. Gallen (HSG)
  • ErfahrungÜber 120 Schweizer Unternehmen betreut seit 2023
  • Geprüft28. Oktober 2026, gegen die Rechtsquellen und Richtlinien unten

Häufige Fragen

Kurz beantwortet, mit dem Stand der Quellen vom 29. Oktober 2026.

Dürfen Physiotherapeuten in der Schweiz werben?

Ja. Das Gesundheitsberufegesetz erlaubt Werbung, wenn sie objektiv ist, dem öffentlichen Bedürfnis entspricht und weder irreführend noch aufdringlich ist. Die Berufsordnung von physioswiss verlangt zusätzlich Ehrlichkeit, Sachlichkeit und Verhältnismässigkeit.

Brauchen Patienten eine Verordnung?

Für die Kostenübernahme durch die Grundversicherung ja. Die Krankenpflege-Leistungsverordnung verlangt eine ärztliche Anordnung, und je Anordnung werden höchstens neun Sitzungen übernommen. Wer selbst bezahlt, kann ohne Verordnung kommen.

Darf ich Patientenstimmen auf der Website zeigen?

Das ist heikel. Es braucht eine ausdrückliche Einwilligung, und Stimmen, die einen Behandlungserfolg in Aussicht stellen, können irreführend wirken. Klären Sie das im Zweifel mit Ihrem Kantonalverband.

Lohnt sich Google Ads für eine Physiotherapie?

Eher für Selbstzahlerangebote wie Training oder spezielle Schwerpunkte und nur bei freier Kapazität. Für die allgemeine Physiotherapie mit Verordnung wirken das Google-Profil und die Zuweiser meist stärker.

Was kostet Marketing für eine Physiotherapie-Praxis?

Eine seriöse Pauschale gibt es nicht. Ein gepflegtes Google-Profil und der Kontakt zu Zuweisern kosten vor allem Zeit. Eine neue Website und Google Ads sind Investitionen, die sich nur lohnen, wenn freie Termine für die beworbenen Schwerpunkte da sind. Rechnen Sie vom Wert eines zusätzlichen Patienten für Ihre Praxis rückwärts.

Lohnt sich Instagram für eine Physiotherapie?

Am ehesten, um das Team und die Praxis zu zeigen und Fachpersonen für offene Stellen zu erreichen. Übungsvideos sind möglich, solange sie keinen Behandlungserfolg versprechen und nicht als Ersatz für eine Abklärung erscheinen. Neue Patienten mit Verordnung kommen über Instagram selten direkt.

Was gehört auf eine Physiotherapie-Website?

Schwerpunkte mit eigener Seite, das Team mit Qualifikationen, Hinweise zur Kostenübernahme, Anfahrt, Öffnungszeiten und ein einfacher Terminweg. Dazu eine kurze Seite für zuweisende Ärztinnen und Ärzte.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesgesetz über die Gesundheitsberufe (GesBG), SR 811.21, Art. 2, 11, 12 und 16, Fassung vom 1.7.2025, abgerufen 29.10.2026. fedlex.admin.ch/eli/cc/2020/16/de
  2. Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV), SR 832.112.31, Art. 5, Fassung vom 1.8.2026, abgerufen 29.10.2026. fedlex.admin.ch/eli/cc/1995/4964_4964_4964/de
  3. physioswiss, Berufsordnung des Schweizer Physiotherapie Verbandes, Ziff. 2.3, 2.5 und 2.7, Stand 23.4.2016, abgerufen 29.10.2026. physioswiss.ch, Berufsordnung (PDF)
  4. Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), SR 241, Art. 3, Fassung vom 1.1.2025, abgerufen 29.10.2026. fedlex.admin.ch/eli/cc/1988/223_223_223/de
  5. Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB), SR 311.0, Art. 321 «Verletzung des Berufsgeheimnisses», abgerufen 29.10.2026. fedlex.admin.ch, SR 311.0
  6. Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG), SR 235.1, Art. 5, abgerufen 29.10.2026. fedlex.admin.ch/eli/cc/2022/491/de
  7. Google Werberichtlinien, «Customer data policies», Abschnitt zu sensiblen Kategorien, abgerufen 29.10.2026. support.google.com/adspolicy/answer/7475709
  8. Google Unternehmensprofil, «Richtlinien für die Darstellung Ihres Unternehmens auf Google», abgerufen 29.10.2026. support.google.com/business/answer/3038177

Wie Patienten Sie finden

Im Erstgespräch schauen wir an, über welche Wege Ihre Patientinnen und Patienten heute kommen, und sagen offen, welcher Schritt für Ihre Praxis zuerst sinnvoll ist.

Lieber direkt? +41 78 814 14 58 oder info@maltconsulting.ch

Zuletzt geprüft am 28. Oktober 2026 von Konstantin Malt · Malt Consulting, Winterthur