Vergleich · Cold E-Mail · Tools

Lemlist, Smartlead und Instantly im Vergleich, Cold-Email-Tools für Schweizer KMU

Wer Lemlist, Smartlead oder Instantly vergleicht, findet fast nur Artikel der Anbieter selbst oder Seiten mit Provisionslinks. Dieser Vergleich stützt sich ausschliesslich auf die offiziellen Websites der drei Anbieter, geprüft am 27. Oktober 2026. Er ergänzt, was für Schweizer Firmen zusätzlich zählt, nämlich wo die Daten liegen und was das UWG zu automatisiertem Versand sagt. Diese Seite enthält keine Affiliate-Links.

Kurz erklärtLemlist, Smartlead und Instantly verschicken personalisierte E-Mail-Serien aus mehreren Postfächern und bieten das Aufwärmen neuer Postfächer an. Lemlist rechnet pro Nutzer ab, kann neben E-Mail auch LinkedIn und Anrufe und speichert Daten laut eigener Hilfe in Frankreich. Smartlead und Instantly rechnen nach Kontakten und Mailvolumen ab und erlauben beliebig viele Postfächer. Smartlead ist ein australisches Unternehmen mit Dienstleistern in mehreren Ländern, Instantly ein US-Unternehmen mit Datenhaltung in den USA. In der Schweiz ist die wichtigere Frage oft nicht welches Tool, sondern ob automatisierter Versand für Ihr Vorhaben zulässig ist.
Konstantin Malt, Gründer von Malt Consulting
Konstantin MaltGründer Malt Consulting, BWL HSG, über 120 Projekte mit Schweizer KMU seit 2023. Stand 27. Oktober 2026.
Preise

Preise laut Anbieter

Alle drei rechnen in US-Dollar ab. Die Tabelle zeigt die Einstiegspläne bei monatlicher Zahlung, ohne Mehrwertsteuer. Bei jährlicher Zahlung gewähren die Anbieter Rabatt, laut eigener Angabe Lemlist 20 Prozent, Smartlead 17 Prozent und Instantly 10 Prozent.

PlanPreis pro MonatWas enthalten ist, laut Anbieter
Lemlist EmailUSD 69 pro NutzerUnbegrenzte Absender-Postfächer, 50'000 Mails pro Monat, Aufwärmen, Kontaktsuche, CRM-Anbindungen und API
Lemlist MultichannelUSD 109 pro NutzerZusätzlich LinkedIn-Automatisierung, SMS und Telefonie, 5 Absender pro Nutzer
Smartlead BaseUSD 392'000 aktive Kontakte, 6'000 Mails pro Monat, unbegrenzte Postfächer
Smartlead ProUSD 9430'000 aktive Kontakte, 90'000 Mails pro Monat, unbegrenzte Postfächer
Instantly GrowthUSD 471'000 Kontakte, 5'000 Mails pro Monat, unbegrenzte Postfächer und Aufwärmen
Instantly HypergrowthUSD 9725'000 Kontakte, 125'000 Mails pro Monat, unbegrenzte Postfächer und Aufwärmen

Zusammengestellt aus den Preisseiten von lemlist.com, smartlead.ai und instantly.ai, geprüft am 27. Oktober 2026. Die Anbieter ändern Preise und Pläne häufig. Grössere Pläne, Zusatzpakete für Kontaktdaten und Enterprise-Angebote sind nicht aufgeführt. Massgebend ist immer die aktuelle Preisseite.

Zu den Lizenzkosten kommen Postfächer und Domains für den Versand. Diese kaufen Sie in der Regel separat bei Google, Microsoft oder einem anderen Anbieter. Wer mit mehreren Postfächern arbeitet, zahlt diese Kosten pro Postfach und Monat zusätzlich.

Funktionen

Funktionen und Abrechnung

ThemaLemlistSmartleadInstantly
AbrechnungPro NutzerNach aktiven Kontakten und MailsNach Kontakten und Mails
Versand-PostfächerIm Email-Plan unbegrenzt, im Multichannel-Plan 5 pro NutzerUnbegrenzt in allen PlänenUnbegrenzt
AufwärmenEnthaltenEnthaltenEnthalten
Weitere KanäleLinkedIn, SMS, Telefonie im Multichannel-PlanSchwerpunkt E-MailSchwerpunkt E-Mail
KontaktdatenbankEnthalten, Anreicherung als ZusatzKontaktsuche mit monatlichem KontingentEigenes Produkt mit separatem Preis
Testphase14 TageKostenlos, ohne KreditkarteKostenloser Start, ohne Kreditkarte

Vereinfacht gesagt passt die Abrechnung pro Nutzer zu kleinen Teams, die mit wenigen Postfächern über mehrere Kanäle arbeiten. Die Abrechnung nach Volumen passt zu Teams oder Agenturen, die viele Postfächer betreiben. Für ein KMU mit einer Person im Vertrieb ist dieser Unterschied kleiner, als die Vergleichsseiten vermuten lassen.

Datenschutz

Datenstandort und Datenschutz

In ein Versandwerkzeug laden Sie Namen, Geschäftsadressen und Notizen zu Personen. Das sind Personendaten im Sinne des Datenschutzgesetzes (DSG). Der Anbieter bearbeitet sie in Ihrem Auftrag. Darum lohnt ein Blick in die Datenschutzerklärung, bevor die erste Liste hochgeladen wird.

AnbieterUnternehmenDatenhaltung laut Anbieter
LemlistLemlist, Auftragsbearbeitungsvertrag als Vorlage verfügbarIm EWR auf Servern in Frankreich, betrieben von OVH. Laut Hilfe keine Übermittlung ausserhalb des EWR
Smartlead521 Products Pty Ltd, AustralienDienstleister je nach Kunde in mehreren Ländern, darunter USA, Kanada, Deutschland, Irland, Schweden und Australien. Übermittlung aus dem EWR mit Standardvertragsklauseln
InstantlyFoo Monk LLC, USAGrundsätzlich in den USA. Übermittlung unter anderem mit Standardvertragsklauseln und dem EU-US Data Privacy Framework

Für Schweizer Firmen gilt Art. 16 DSG. Personendaten dürfen ins Ausland gehen, wenn der Bundesrat das Land als angemessen geschützt einstuft. Das trifft auf die Staaten der EU und des EWR zu. Für die USA gilt es seit dem 15. September 2024 nur für Unternehmen, die unter dem Swiss-US Data Privacy Framework zertifiziert sind. In allen anderen Fällen braucht es zusätzliche Garantien, meist Standardvertragsklauseln. Fragen Sie den Anbieter nach einem Vertrag zur Auftragsbearbeitung und prüfen Sie die Zertifizierung auf der offiziellen Liste des Data Privacy Framework. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.

Recht

UWG und automatisierter Versand

  1. Massenwerbung

    Elektronische Massenwerbung ohne vorherige Einwilligung ist in der Schweiz unlauter (Art. 3 Abs. 1 lit. o UWG), nach herrschender Lehre auch gegenüber Firmen.

  2. Automatisierung zählt

    Nach der Lauterkeitskommission ist für Massenwerbung vor allem entscheidend, ob der Versand automatisiert ist, nicht die Zahl der Empfänger.

  3. Was das heisst

    Eine automatisch verschickte Serie an Firmen ohne Einwilligung kann als Massenwerbung gelten, auch wenn jede Mail personalisiert wirkt.

  4. Sinnvolle Einsätze

    Versand an Kontakte mit Einwilligung, Bestandskunden mit ähnlichen Angeboten, Verwaltung von Antworten und Postfächern.

Die Lauterkeitskommission gibt Empfehlungen ab, ein Bundesgerichtsentscheid zu Cold Mails unter Firmen fehlt. Wer ein Versandwerkzeug für Akquise ohne Einwilligung nutzen will, sollte die eigene Lage rechtlich prüfen lassen. Mehr dazu unter Cold E-Mail in der Schweiz.

Auswahl

So wählen Sie das passende Werkzeug

01

Kanäle

Brauchen Sie neben E-Mail auch LinkedIn und Telefon in einem Ablauf? Dann spricht mehr für ein Werkzeug mit mehreren Kanälen.

02

Volumen und Team

Wenige Nutzer mit vielen Postfächern fahren mit Volumenpreisen oft günstiger. Viele Nutzer mit wenigen Postfächern umgekehrt.

03

Datenstandort

Muss die Datenhaltung in Europa liegen, etwa wegen Kundenvorgaben? Dann ist das ein Ausschlusskriterium, kein Detail.

04

CRM

Antworten und Termine müssen ins CRM. Prüfen Sie die Anbindung an Ihr System, bevor Sie sich festlegen. Siehe CRM für KMU.

05

Abmeldungen

Wer nicht mehr kontaktiert werden will, muss über alle Postfächer und Kampagnen hinweg gesperrt werden.

06

Kleiner Test

Testen Sie mit einem Monat und einem Plan ohne Jahresbindung. Die Unterschiede zeigen sich im Alltag, nicht auf der Preisseite.

Unsere Sicht

Was kein Tool löst

Alle drei Werkzeuge erledigen den Versand zuverlässig. Ob daraus Gespräche entstehen, entscheiden andere Dinge. Die richtige Auswahl der Firmen, ein echter Anlass für die Nachricht, ein Text, der ein Problem des Empfängers trifft, und eine technisch saubere Domain mit SPF, DKIM und DMARC. Ein Tool wiederholt dabei jeden Fehler schneller und in grösserer Zahl.

Wir raten deshalb, die ersten Dutzend Nachrichten einer neuen Zielgruppe einzeln zu schreiben und zu verschicken. Erst wenn klar ist, welcher Anlass Antworten bringt, lohnt sich die Frage nach dem Werkzeug. Wie Sie den Anlass finden, zeigt Signal-based Outreach. Die technische Grundlage erklärt DMARC, SPF und DKIM einrichten.

Häufige Fragen

Fragen zu Cold-Email-Tools

Welches Cold-Email-Tool ist das beste?

Es gibt kein bestes für alle. Wer mehrere Kanäle braucht und Wert auf Datenhaltung in Europa legt, schaut sich Lemlist genauer an. Wer viele Postfächer mit hohem Volumen betreibt, vergleicht Smartlead und Instantly. Für die meisten KMU ist das Vorgehen wichtiger als das Werkzeug.

Ist der Einsatz solcher Tools in der Schweiz erlaubt?

Das Werkzeug selbst ist nicht verboten. Entscheidend ist, wie Sie es einsetzen. Automatisierte Werbeserien ohne Einwilligung können als unzulässige Massenwerbung gelten. Versand an Kontakte mit Einwilligung oder an Bestandskunden ist anders zu beurteilen.

Brauche ich das Aufwärmen von Postfächern?

Neue Postfächer sollten langsam starten und über Wochen mehr senden. Die automatischen Aufwärmfunktionen der Tools sind dafür verbreitet. Ihr Nutzen ist nicht unabhängig belegt. Echte Antworten und tiefe Beschwerdequoten sind wichtiger.

Kann ich in Schweizer Franken bezahlen?

Die Preise werden in US-Dollar angegeben. Lemlist nennt auf der Preisseite die Abrechnung in Dollar, Euro oder Pfund. Rechnen Sie mit Wechselkursschwankungen.

Brauche ich eigene Domains für den Versand?

Viele Firmen nutzen für Akquise eine zweite Domain, damit die Hauptdomain mit Offerten und Rechnungen geschützt bleibt. Auch diese Domain braucht SPF, DKIM, DMARC und einen klaren Bezug zu Ihrer Firma.

Quellen

Quellen, geprüft am 27. Oktober 2026

Erst das richtige Vorgehen, dann das Tool?

Im Erstgespräch klären wir, welche Firmen Sie ansprechen wollen, aus welchem Anlass und ob ein Versandwerkzeug für Ihr Vorhaben überhaupt sinnvoll und rechtlich vertretbar ist.

Lieber direkt? +41 78 814 14 58 oder info@maltconsulting.ch

Stand: 27. Oktober 2026 · Malt Consulting, Winterthur